Birkenstock liefert nicht mehr an Amazon

vom 11.12.2017

Geschäftsbeziehung wegen Störung des Vertrauensverhältnisses zum 1. Januar gekündigt

Die Birkenstock GmbH & Co. KG und die mit ihr verbundenen Unternehmen beenden mit Wirkung zum 1. Januar 2018 die Geschäftsbeziehung mit der Amazon EU S.à.r.l. Von diesem Zeitpunkt an stellt Birkenstock die direkte Belieferung der in Luxemburg ansässigen Europa-Tochter des US-Online-Händlers vollständig ein. Die Entscheidung gilt für das gesamte Produktsortiment von Birkenstock.

Das deutsche Familienunternehmen macht gegenüber dem weltweit größten Online-Händler geltend, dass es auf dem von Amazon betriebenen „Marketplace“ zu einer Reihe von Rechtsverstößen gekommen sei, die der Plattformbetreiber nicht aus eigenem Antrieb verhindert habe. Birkenstock hatte mehrfach beanstandet, dass dort wiederholt minderwertige Produktfälschungen angeboten worden seien, die Markenrechte von Birkenstock verletzten und die Verbraucher über die Herkunft der Waren täuschten.

Nach Auffassung von Birkenstock gehört es jenseits der Frage nach rechtlichen Verpflichtungen zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit, dass Amazon als Betreiber des Marketplace nach der erstmaligen Mitteilung über einen derartigen Rechtsverstoß alles in seiner Macht Stehende tut, um diesen und gleichartige Verstöße aus eigenem Antrieb zu verhindern. Eine verbindliche Erklärung, dafür zu sorgen, dass keine Nachahmungen von Birkenstock-Produkten mehr auf dem Marktplatz angeboten werden, stehe bis heute aus. Stattdessen sei es in den letzten Monaten zu weiteren, anders gearteten Rechtsverstößen gekommen, die von Amazon nicht proaktiv verhindert wurden.

Die Störung des Vertrauensverhältnisses hat Birkenstock zum Anlass genommen, die Geschäftsverbindung mit dem Online-Händler nun auch in Europa zu beenden. Im Januar dieses Jahres hatte der Schuhhersteller nach einer Reihe ähnlich gelagerter Vorfälle in den Vereinigten Staaten bereits die Belieferung von Amazon USA gestoppt.