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CADS kritisiert WDR-Testmethode

vom 26.05.2017

Verbrauchermagazin Markt hatte über Schadstoffe in Schuhen berichtet

Die unter dem Dach des Deutschen Schuhinstituts (DSI) angesiedelte Kooperation CADS (Cooperation for avoiding dangerous substances) hat sich kritisch zu einem Bericht des WDR-Verbrauchermagazins „Markt“ am 24. Mai geäußert. In der Sendung war berichtet worden, dass zwar in zehn untersuchten Schuhen kein Chrom VI gefunden wurde und auch die Werte für Anilin und p-Phenylendiamin den gesetzlichen Grenzwerten entsprechen, sieben Modelle aber nicht den strengeren Kriterien des IVN-Qualitätssiegels.

CADS begrüße zwar die Tatsache, dass sich ein Verbrauchermagazin mit der Schadstoffthematik von Schuhen beschäftige, die zu Grunde gelegte Bewertung sei jedoch laut Aussage von CADS sachlich nicht nachvollziehbar. So sei die Wahl der Nachweismethode ein entscheidender Faktor zur Beurteilung der Ergebnisse. CADS-Geschäftsführer Manfred Junkert bedauert, dass die Redaktion des WDR sich nicht zuvor mit der Organisation CADS in Verbindung gesetzt hat, um ein neutrales Ergebnis zu erzielen.

Hier die Begründung von CADS

Anilin und p-Phenylendiamin sind chemische Bausteine zur Herstellung einer Vielzahl an Farbstoffen. Diese Farbstoffe können z.B. zum Färben von Leder und Textilien verwendet werden. In den Farbstoffen kommen Anilin und p-Phenylendiamin in gebundener Form vor, d.h. sie liegen nicht frei vor, sondern sind im Farbstoff fest verankert. Im Allgemeinen geht von Anilin und p-Phenylendiamin in gebundener Form keine Gefahr für die Gesundheit aus.  

Die Wahl der Nachweismethode ist ein entscheidender Faktor zur Beurteilung der Ergebnisse. Nach Informationen des WDR wurde der Nachweis mit den derzeit gültigen Methoden zur Bestimmung von Azo-Farbstoffen durchgeführt (DIN EN ISO 17234). Bei den so ermittelten Werten handelt es sich nicht ausschließlich um frei vorliegendes Anilin bzw. p-Phenylendiamin, da bei diesen Methoden eine reduktive Spaltung der Azofarbstoffe durchgeführt wird, das heißt die Farbstoffe werden für den Nachweis mit einem aggressiven Reagenz zerstört und dadurch in ihre Bausteine zerlegt. Die so ermittelten Gehalte stellen immer die Summe an eventuell frei vorliegendem und fest gebundenem Anilin bzw. p-Phenylendiamin dar.

Um aber ausschließlich den Gehalt an freiem Anilin und p-Phenylendiamin zu ermitteln, müsste die Normmethode DIN EN ISO 17234 zunächst ohne vorherige reduktive Spaltung durchgeführt werden. Wird hierbei freies Anilin und p-Phenylendiamin gefunden, sollten weitere Tests zur Ermittlung der unter physiologischen Bedingungen frei migrierbaren Anteile an Anilin und p-Phenylendiamin erfolgen.