Datenschutznovelle: Neuregelungen bei vielen Händlern noch nicht umgesetzt

vom 01.04.2013

Monatsumfrage von HANDELSkix zeigt, dass die Datenschutznovelle des Bundesdatenschutzgesetzes vom 1.September 2012 von vielen Händlern noch nicht umgesetzt wird,

Bereits vor einem halben Jahr, am 1. September 2012, trat die Datenschutznovelle des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) endgültig in Kraft. Seitdem sind Unternehmen unter anderem dazu verpflichtet, das Einverständnis der Kunden schriftlich einzuholen, bevor deren Kundendaten zu Werbezwecken gespeichert und genutzt werden. Die aktuelle Monatsfrage des HANDELSkix (Konjunkturindex des stationären Einzelhandels in Deutschland) ist zeigt aber, dass vielen Händlern überhaupt nicht bekannt ist, welche Regelungen sich hinter der Datenschutznovelle verbergen. Nur knapp jeder Fünfte gab an, sich mit den neuen Anforderungen an den Datenschutz auszukennen – immerhin noch 43 Prozent der Befragten wissen ungefähr, wie die Gesetzesänderungen aussehen. Vor allem bei kleineren Unternehmen mit bis zu zwei Millionen Euro Umsatz offenbart die Frage nach der Datenschutznovelle noch Wissenslücken: 45 Prozent von ihnen gaben an, nicht zu wissen, welche Regelungen betroffen sind.

Dabei ist personalisierte Werbung beispielsweise in Form von Newslettern oder persönlich adressierten Werbebriefen durchaus beliebt: 54 Prozent der HANDELSkix-Teilnehmer gaben an, dass sie Daten ihrer Kunden speichern und diese für personalisierte Werbung nutzen. Doch lediglich knapp ein Drittel von ihnen (31 Prozent) hat seine Kunden und Interessenten auch bereits darum gebeten, der Nutzung dieser Daten für Werbezwecke zuzustimmen. „Gerade kleinere Händler scheinen in Sachen Schutz ihrer Kundendaten noch deutlichen Nachholbedarf zu haben“, berichtet Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln. „Händler, die hier bisher noch nicht aktiv geworden sind, sollten das Thema schnellstmöglich in Angriff nehmen – juristisch gesehen ist es bereits fünf nach zwölf“, so Hedde weiter. Diejenigen Händler, die ihre Datenbestände bereits überprüft haben, haben dies mehrheitlich selbst vorgenommen. Lediglich sechs Prozent gaben an, hierfür mit einem externen Dienstleister zusammen gearbeitet zu haben.