Deichmann-Chef erwartet höhere Preise für Schuhe

vom 17.05.2013

Heinrich Deichmann, Chef von Europas größtem Schuhhändler, rechnet mit steigenden Preisen für Schuhe.

Die Ursachen seien steigende Rohstoffpreise und höhere Lohnkosten in China, wo ein Großteil der Branche seine Ware produzieren lasse, sagte Deichmann dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Die Volksrepublik verändere sich gerade drastisch, sagte Deichmann, weshalb sich auch die Verbraucher „auf höhere Preise einstellen müssen“. Die Preise in seinem eigenen Unternehmen würden dieses Jahr zwar noch stabil bleiben. „Wir müssen aber mit niedrigeren Gewinnmargen leben.“ Zugleich kündigte der 50-jährige Konzernchef konkret an, nächstes Jahr Russland erobern zu wollen. Zunächst soll Deichmann mit fünf bis sieben Läden in Moskau und Sankt Petersburg starten, wo die Mieten „teils sogar höher als in deutschen Top-Lagen“ seien. „Wenn wir Erfolg haben, könnten es in Russland dennoch in absehbarer Zeit hundert Filialen werden“, sagte der Essener. Insgesamt will der Schuhfilialist in diesem Jahr 194 Läden im Ausland eröffnen, darunter erstmals fünf Geschäfte in Bosnien-Herzegowina. Die geplanten Auslandsinvestitionen werden sich auf 141 Millionen belaufen, unter anderem für ein 11.000 Quadratmeter großes Distributionszentrum im niederländischen Waalwijk.

Vor der neuen Internetkonkurrenz wie Zalando fürchtet sich Deichmann nicht. Das Web-Portal schreibe „aktuell einen Verlust von 92 Millionen, wie man hört. Wir verdienen mit unseren Online-Shops dagegen schon gutes Geld. Um uns mache ich mir da keine großen Sorgen“.