Deutsche Schuhindustrie macht weniger Umsatz

vom 21.09.2013

Weniger Verkäufe im Inland, mehr Umsatz im Ausland

Die deutsche Schuhindustrie ist mit dem ersten Halbjahr 2013 „nicht ganz zufrieden“. Die sagte der Vorsitzende des Bundesverbands der Deutschen Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L), Ralph Rieker in Düsseldorf.  sein. Die Umsätze der deutschen Schuhhersteller sind ― wie bereits im Jahre 2012 ― weiter geringfügig zurückgegangen. Mit 1,17 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2013 lag der Umsatz um 2,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraumes.

Erfreulich sei allerdings die leichte Umsatzsteigerung im Auslandsgeschäft. Vor allem auf den wichtigen europäischen Absatzmärkten deute sich allmählich eine Erholung an. Die Umsätze der deutschen Schuhindustrie im Ausland stiegen von 307 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2012 um 2,4 Prozent auf 314 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2013. Damit scheine die in einigen Ländern eingeleiteten Reformen langsam zu wirken und eine Rückkehr zu Wachstum in vielen europäischen Ländern wieder in Sichtweite, so Rieker. „Dennoch liegt der Umsatz unserer Unternehmen im Ausland noch weit hinter den Spitzenwerten früherer Jahre zurück.“

Entwicklungen auf dem Ledermarkt

Der Zugang zur Rohware Leder werde für die gesamte Schuhindustrie immer schwieriger. Zum einen sänken die Schlachtraten, d.h. es sind weniger Häute verfügbar, zum anderen nehme die Nachfrage anderer Branchen, wie der Automobil- und der Möbelindustrie zu. Diese Lederknappheit wirke sich bereits auf die Lederpreise aus.

Für den weiteren Verlauf des Jahres 2013 werde es darauf ankommen, ob sich die ersten Erholungssignale auf wichtigen europäischen Absatzmärkten fortsetzen. Für das Inlandsgeschäft stellte Rieker gute Rahmendaten fest. So bewege sich das Konsumklima insgesamt auf gutem Niveau, verbunden mit einer hohen und stabilen Beschäftigungslage und wenig Anreizen für Verbraucher, Geld zu niedrigen Zinsen anzulegen. Dennoch lasse sich ein eindeutiger Trend nicht erkennen. Die Umsätze im Inland sänken in den letzten Monaten eher und unterlägen deutlichen Schwankungen.

Der Ifo-Index für den Bereich der Schuhe liege jedenfalls über dem Wert von vor zwölf Monaten. Das heißt, die Schuhindustrie hat für die Geschäftsentwicklung der nächsten sechs Monate leicht positive Erwartungen. Das Umsatzniveau im Gesamtjahr 2013 gegenüber dem Vorjahr könne wohl nicht gehalten werden.

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