Fünf-Punkte-Programm für EU-Handel

vom 05.10.2015

Hochrangige Gruppe für die Wettbewerbsfähigkeit im Handel legt Abschluss-Bericht vor

Die von der Europäischen Union eingesetzte „Hochrangige Gruppe für die Wettbewerbsfähigkeit im Handel“, zu der auch der Vorstandsvorsitzende der ANWR Group Günter Althaus gehört, hat nach zweijähriger Arbeit ihren Abschlussbericht vorgelegt. Die EU hatte dafür 20 Vertreter internationaler Handelsunternehmen eingeladen, weil sie in einem Aktionsplan den vielen Hemmnissen für den Handel entgegenwirken will,

Mit einem Fünf-Punkte-Programm sollen nach den Vorstellungen der Gruppe Handelshemmnisse beseitigt und die Wettbewerbsfähigkeit des Handels in Europa gesichert werden. Es bestehen – so Günter Althaus – zwischen den Ländern der EU zu viele rechtliche Unterschiede, die einen leistungsfähigen Handel über Ländergrenzen hinweg beeinträchtigen. Dabei müssen künftige Regeln bürokratische Hürden reduzieren und nicht zuletzt Chancengleichheit in der digitalisierten Handelswelt ermöglichen.

Dies beginne schon bei der Preisgestaltung im Netz. „Es ist beispielsweise Kooperationen/Verbundgruppen im Gegensatz zu großen Filialbetrieben kartellrechtlich untersagt, einheitliche Preise europaweit zu kommunizieren. Um gleiche Bedingungen im Wettbewerb zu schaffen, sollten die Möglichkeiten zur Preisbindung bei Verbundgruppen überdacht werden.“

Wichtig sei auch – so fasst Günter Althaus die Ergebnisse der Gruppe zusammen –, dass die EU den Aufbau von E-Commerce Plattformen fördert, um gerade kleinen und mittleren Unternehmen den Einstieg in den Online-Handel zu ermöglichen. Die Unterstützung digitaler Kommunikation und der Aufbau leistungsfähiger Infrastrukturen sei ebenfalls ein wesentlicher Ansatz. Die Gruppe empfiehlt darüber hinaus, Innovationsförderprogramme für den Handel auszubauen und Qualifikationsmaßnahmen zur Verbesserung der Innovationsfähigkeit für Handelsunternehmen aufzulegen. So könne auch das Arbeitsumfeld für die Beschäftigten im Handel zukunftsgerichtet gestaltet werden.

Günter Althaus erwartet, dass die Kommission die Empfehlungen sorgfältig prüft und die Vorschläge berücksichtigt. „Der Handel ist für die europäische Wirtschaft sehr wichtig und sollte im Mittelpunkt der Strategie für den Binnenmarkt stehen.“ Diese soll bis Ende des Jahres von der EU-Kommission verabschiedet werden. Auch danach soll es mit der Arbeit der Hochrangigen Gruppe nicht vorbei sein: „Es ist geplant, unsere Arbeit fortzusetzen, um den politischen Entscheidungen der EU-Kommission für den Handel weiterhin praxisnahe Impulse zu geben.“

Hier geht es zum Bericht der Hochrangigen Gruppe.