Höhere Durchschnittspreise im Schuhhandel

vom 21.09.2013

Schuheinzelhandel erzielt in den ersten sieben Monaten ein Umsatzminus von 1,5 Prozent

Der deutsche Schuhfachhandel liegt nach den ersten sieben Monaten dieses Jahres bei einem aufgelaufenen Umsatzminus von 1,5 Prozent. Das sagte die Präsidentin des Bundesverbands des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE), Brigitte Wischnewski, in Düsseldorf. Während der stationäre Schuhhandel den Vorjahresumsatz nicht erreichte, konnte der Online-Handel wieder ein Wachstum verzeichnen. Nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes stiegen die Umsätze im Distanzhandel - also dem Internet- und Katalog-Versandhandel – in den Sortimenten Textil, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren im ersten Halbjahr um 18 Prozent. Separate Zahlen für Schuhe werden vom Statistischen Bundesamt nicht ausgewiesen.

Damit erreichte der Schuhfachhandel in den ersten sieben Monaten nach BDSE-Berechnungen stationär und Online/Versand ein Umsatzvolumen von rund 4,4 Milliarden Euro. Unter der Prämisse, dass sich der Absatz von Schuhen in den anderen Betriebsformen des Einzelhandels (Modehäuser, Warenhäuser, Verbrauchermärkte etc.) ähnlich entwickelt hat, geht der BDSE von einem Einzelhandels-Marktvolumen bei Schuhen in diesem Zeitraum von insgesamt 6,3 Milliarden Euro aus.

Durchschnittspreise gestiegen

Die Verbraucherpreise stiegen bei Schuhen in den ersten sieben Monaten um 2,1 Prozent. Trotz zum Teil recht früher Preisreduktionen in der Sommer-Saison gelang es dem Schuhhandel, die Durchschnittspreise anzuheben: Von Jahresbeginn bis einschließlich Juli stieg der durchschnittliche Verkaufspreis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei Damenschuhen von 56,40 Euro auf knapp 59 Euro, jener bei Herrenschuhen von 70,20 Euro auf 72,60 Euro. Hierin spiegelt sich das Bemühen vieler Fachgeschäfte wider, wertigere Schuhe zu verkaufen, nicht zuletzt um sich im Rahmen von Trading up-Strategien von Niedrigpreisanbietern stärker abzuheben.

Konzentration schreitet voran

Auch im vergangenen Jahr dürfte sich die Zahl der Unternehmen im Schuheinzelhandel verringert haben. Schon seit der Jahrtausendwende ist ein Konzentrationsprozess festzustellen. Im Jahr 2011, neuere Zahlen liegen noch nicht vor, gab es noch rund 4900 Unternehmen. Jedes Jahr geht die Zahl der Marktteilnehmer im Schuhfachhandel um rund 3 Prozent zurück. Ganz überwiegend sind es kleine, Inhaber-geführte Anbieter, die – oft aus Altersgründen – ihre Geschäfte schließen. So ging der Marktanteil der Schuhfachgeschäfte in der Umsatzgröße bis 2 Millionen Euro zwischen den Jahren 2000 und 2011 von 35 Prozent auf 20 Prozent zurück. Stark gewachsen ist hingegen der Marktanteil der größeren mittelständischen Unternehmen zwischen 10 Millionen und 250 Millionen Euro Jahresumsatz, und zwar von gut 18 Prozent auf über 32 Prozent.

Während die Zahl der Marktteilnehmer sank, sind die Umsätze im Schuhfachhandel zwischen 2000 und 2011 deutlich gestiegen: Sie legten in diesem Zeitraum – bereinigt um die Mehrwertsteuer – von 5,7 Milliarden Euro auf 7,0 Milliarden Euro zu. Auch die Zahl der Betriebsstätten, also der einzelnen Schuhgeschäfte und –filialen, nahm in den vergangenen Jahren zu. Nach den neuesten Veröffentlichungen der Jahresstatistik im Handel liegt die Zahl der Betriebsstätten des Schuhfachhandels in Deutschland mittlerweile bei 13.400.