Karstadt-Aufsichtsrat beschließt Sanierungskonzept

vom 24.10.2014

Sechs Filialen werden im nächsten Jahr geschlossen

Der Aufsichtsrat der Karstadt Warenhaus GmbH hat in seiner Sitzung vom 23. Oktober die Sanierung sowie Restrukturierung (Projekt „Fokus“) beschlossen sowie die Zukunftsstrategie des Unternehmens beraten. Dies sieht zunächst die Schließung von sechs Filialen vor. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat auch die Zusammensetzung und Neuaufstellung des Managements beschlossen. Dr. Stephan Fanderl ist neuer CEO der Karstadt Warenhaus GmbH. Der Aufsichtsrat berief den 51-jährigen Handelsmanager auf der Sitzung am Donnerstag in Essen.

Fanderl war seit dem 1. Oktober 2013 Vorsitzender des Karstadt-Aufsichtsrats. Ihm folgt in dieser Funktion Wolfram Keil, der seit September 2014 Mitglied des Gremiums ist. Den durch den Wechsel von Fanderl in die Geschäftsführung vakant gewordenen Sitz im Aufsichtsrat übernimmt Jörg Schwengel von der Signa-Gruppe.Das Management Team der Karstadt Warenhaus GmbH setzt sich nunmehr aus Dr. Stephan Fanderl als neuem CEO, Miguel Müllenbach als Chief Finance Officer und Arbeitsdirektor Jörg-Peter Schmiddem als Chief Merchandise Officer (Einkaufschef) und Thomas Wanke als Chief Retail Officer Sales (Vertriebschef) zusammen.

Das dem Aufsichtsrat präsentierte Konzept zur Sanierung und Restrukturierung bestehe aus drei Säulen: Ertragssteigerungen, Maßnahmen zur nachhaltigen Senkung von Personal- sowie Sachkosten sowie strukturelle Maßnahmen zur Rentabilitätsverbesserung des Filialportfolios, heißt es in einer Mitteilung.

Nach Analyse der Ergebnissituation und Wettbewerbsperspektive würden die Warenhäuser in Hamburg-Billstedt und in Stuttgart am 30. Juni 2015 geschlossen. Ebenfalls geschlossen werden die beiden „K-Towns“ in Göttingen und Köln am 30. Juni 2015 sowie die sogenannten „Schnäppchencenter“ in Frankfurt/Oder am 30. April 2015 und in Paderborn am 30. September 2015. Fanderl: „Die Sanierung wird uns viel abverlangen. Ohne zum Teil sehr schmerzliche Entscheidungen, wie auch Filialschließungen wird es nicht gehen, um das Überleben des Gesamtunternehmens zu sichern. Alle Anstrengungen müssen parallel darauf ausgerichtet bleiben, operativ besser zu werden und die Filialrentabilität zu verbessern.“

„Wir haben mit unserem neuen Gesellschafter aber auch in kürzester Zeit ein Zukunftskonzept erarbeitet, mit dem wir nach erfolgreicher Sanierung das Unternehmens strategisch neu ausrichten werden“, so Fanderl. Bereits im Frühjahr/Sommer sollen einzelne dieser neuen Warenhaus-Formate an den Start gehen. Darüber hinaus sollen alle Prozesse im Unternehmen optimiert und angepasst werden.

Keil: „Wir stehen erst am Anfang eines langen Prozesses. Karstadt steht vor einem tiefgreifenden und umfassenden Wandel – Sanierung und Zukunftskonzept bedingen sich gegenseitig. Das eine ist ohne das andere nicht denkbar. Mit dem richtigen Konzept, mit dem neu aufgestellten Management-Team und mit der Unterstützung unserer Mitarbeiter schaffen wir den turn-around.“

Alle Pläne sollen nun mit den Arbeitnehmergremien der Karstadt Warenhaus GmbH und mit der Gewerkschaft ver.di in den vorgeschriebenen Verfahren beraten und verhandelt werden, „um die richtige Balance zwischen Sozialverträglichkeit und wirtschaftlicher Überlebensfähigkeit des Unternehmens zu finden“, teilte Karstadt mit.