Karstadt-Vorstand stellt Sanierungskonzept vor

vom 11.09.2014

Kaufhauskonzern will Filialen schließen und beim Personal sparen

Mit weniger Personal- und Sachkosten, Filialschließungen sowie höheren Erträgen will die Karstadt Warenhaus GmbH wieder auf Kurs kommen. Dieses Sanierungskonzept stellten die Geschäftsführer Miguel Müllenbach, Jörg Peter Schmiddem und Thomas Wanke heute dem neuen Aufsichtsrat bei seiner konstituierenden Sitzung vor. Das Management stellte fest, dass die seit 2011 verfolgte Strategie wirtschaftlich fehlgeschlagen sei. Eine weitere Fortführung dieses Kurses würde die Verluste mittelfristig weiter ansteigen lassen, heißt es in einer Mitteilung. Die erfolgreiche Sanierung sei somit „zwingend von der Umsetzung umfassender operativer und struktureller Maßnahmen abhängig“.

Strukturelle Maßnahmen würden eine Rentabilitätsverbesserung des Filialportfolios bis hin zur Schließung von defizitären Filialen umfassen. So agierten laut einer Untersuchung des Karstadt-Managements Wettbewerber mit über 20 Prozent weniger Personal auf vergleichbarer Fläche deutlich erfolgreicher. Solche Wettbewerbsnachteile gelte es auszugleichen. Schließungsbeschlüsse wurden heute noch nicht gefasst. Die Senkung der Personal- und Sachkosten werde alle Bereiche betreffen – sowohl die Filialen als auch das Service Center in Essen sowie die Logistik. Ertragssteigerungen sollen „auf der Berücksichtigung regionaler Sortimentsanforderungen und der Nutzung des lokalen Know-hows und der Erfahrungen der Karstadt-Mitarbeiter erzielt werden“.

Alle Pläne würden nun mit den Arbeitnehmergremien der Karstadt Warenhaus GmbH und mit der Gewerkschaft ver.di im vorgeschriebenen Verfahren diskutiert und verhandelt um die richtige Balance zwischen Sozialverträglichkeit und wirtschaftlicher Überlebensfähigkeit des Unternehmens zu finden.

Das vorgelegte Konzept wird nun durch den Aufsichtsrat bis zu seiner nächsten Sitzung geprüft. Darüber hinaus wird bis zur nächsten Sitzung am 23. Oktober über die Besetzung und Struktur des Management-Teams beraten.