Kein Recht auf warme Füße

vom 08.02.2012

Wer im Winter trotz Winterschuhen kalte Füße bekommt, kann dafür in der Regel nicht den Hersteller oder das Schuhgeschäft verantwortlich machen. Das hat das Düsseldorfer Amtsgericht am Freitag entschieden.

In dem Fall hatte ein Mann aus Mönchengladbach Klage gegen ein Schuhgeschäft aus Düsseldorf erhoben. Der Lehrer (56) hatte im Oktober 2010 in einem Geschäft nach warmen und wasserfesten Schuhen gefragt, schließlich ein Paar „Luftpolstersohlenschuhe mit leichtem Schaftfutter“ für 145 Euro gekauft. Im März wollte er sie ins Geschäft zurückbringen. Sie seien nicht warm genug, beschwerte er sich. Als das Geschäft sich weigerte - eine Herstellerprüfung ergab „alles ok“ -, zog er vors Gericht. Und argumentierte: Er habe schon nach zehn Minuten Schneeschippen kalte Füße bekommen, ebenso bei seiner kurzen Fahrt zur Arbeit. Doch das Gericht gab dem Geschäft Recht: Die Schuhe hätten keine Mängel. Der Kunde habe warme und wasserfeste Schuhe verlangt und bekommen. Für Wärme sorge das Schaftfutter, für die Wasserfestigkeit eine Gore-Tex-Membran. Der Schuh sei für übliche Winter in unseren Breitengraden geeignet. Mehr sei ihm nie versprochen worden, auch keine Kältefestigkeit bis zu einer bestimmten Temperatur. Das Gericht erinnerte daran, dass der Winter 2010/ 2011 ungewöhnlich hart war. Der Kunde habe weder Schneeschuhe noch Schuhe für extreme Kälte verlangt. Er müsse sich eben beim Kauf selbst ein Bild davon machen, ob Schuhe seinem subjektiven Bedürfnis nach Wärme entsprechen. Denn das Empfinden, so erklärte ihm das Gericht, sei - abhängig von Konstitution und Verwendung der Schuhe - durchaus unterschiedlich. Der Käufer kann gegen das Urteil noch Berufung einlegen. Schon jetzt liegen die Prozesskosten nach Angaben der Justiz aber deutlich über dem Kaufpreis von 150 Euro.