Klaus Kennel wurde 75 Jahre alt

vom 13.06.2013

Mit Kaufmannsgeist, Leidenschaft und hoher sozialer Kompetenz hat Klaus Kennel die Schuhfabrik Kennel & SChmenger durch manche Krise an die internationale Spitze geführt.

Am 13. Juni wurde der Mehrheitsgesellschafter des Traditionsunternehmens Kennel & Schmenger 75 Jahre alt. Im Dezember 2011 hat sich der Pirmasenser aus der Chefetage verabschiedet. Der behutsame Rückzug, den Kennel bereits sechs Jahre zuvor mit der Verpflichtung von Andreas Klautzsch als Geschäftsführer und Stefan Frank als Prokuristen eingeleitet hatte, ging so geräuschlos über die Bühne, wie der Imagewandel der Marke. Seit 2002 hat das Führungstrio die einst konservativen Modelle konsequent verjüngt, um im modisch-hochpreisigen Segment Fuß zu fassen. Gleichzeitig ist die Schuhmanufaktur erfolgreich neue Wege im Vertrieb gegangen. Ein gewagtes Kabinettstückchen, das in der Branche ohne Beispiel ist. Der Erfolg gibt den Machern Recht: In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Umsatz nach eigenen Angaben verdoppelt, auf zuletzt 50 Millionen Euro. Mehr als 40 Prozent der jährlich 750.000 Paar Schuhe gehen in den Export. Auch wenn Klaus Kennel den beiden Nachfolgern ein gut bestelltes Haus hinterlassen hat, sein Rat ist im Erlenteich, wo 260 Frauen und Männer in Lohn und Brot stehen, immer noch gefragt.

Kein Wunder, sein Metier hat er von der Pike auf gelernt, absolvierte die Schuhfach- und Handelsschule, bildete sich zwei Jahre in den USA fort, bevor er nach Pirmasens zurückkehrte. 1961 trat Kennel in die Geschäftsführung der 1918 von Großvater Fritz gegründeten Schuhfabrik ein. Zunächst lenkte er an der Seite von August Schmenger und ab 1996, nach dessen Tod, alleine die Geschicke des Unternehmens. Als die Branche in ihre erste schwere Krise schlitterte, wagte Kennel, der nie viel Aufhebens um seine Person macht, einen großen Schritt. Um die Produktionsabläufe rationaler zu machen, zog K&S im Oktober 1968 aus der alten Fabrik in der Turnstraße in einen Flachbau auf der grünen Wiese im Erlenteich. Als Folge der Globalisierung im harten Verdrängungswettbewerb schlug Kennel 1987 ein neues Kapitel auf: Die lohnintensive Fertigung wurde nach Ungarn verlagert, Design und Entwicklung in Pirmasens konzentriert.

Für die Branche ließ sich Kennel in die Pflicht nehmen, wirkte alleine 13 Jahre als Mitglied im Vorstand des Hauptverbandes der Schuhindustrie. Pirmasens und seine Menschen liegen ihm am Herzen. Für sein vielfältiges Engagement wurde er mehrfach ausgezeichnet. (zwi)