Mandac fordert Sonntagsöffnung

vom 22.04.2015

Kaufhof-Aufsichtsrat sieht Einzelhandel gegenüber Onlinehändlern benachteiligt

Der langjährige Vorstands- und jetzige Aufsichtsratschef von Kaufhof, Lovro Mandac, verlangt größere Freiheit bei den Öffnungszeiten, um der Konkurrenz aus dem Internet begegnen zu können. Im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin „Capital“ sagte Mandac: „Ich verstehe nicht, warum Online vom Gesetzgeber so geschützt wird. Wenn ich nicht aufmachen darf, warum dürfen dann Zalando und Amazon am Sonntag arbeiten? Ich verlange nur, dass dieser Laden hier auch aufhaben kann.“

Mandac ist sich sicher, dass Kaufhof heute in dieser Sache Recht bekäme, wenn man vor das Verfassungsgericht zöge. Im „Capital“-Interview fordert er nun „zumindest Anfänge für die Sonntagsöffnung“. Mit Blick auf die Initiative von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, der ein Dialogforum zur Zukunft des Einzelhandels gestartet hat, warnt Mandac: „Wenn wir Einzelhändler rausgehen, weil das Netz uns nicht mehr erlaubt, hier zu arbeiten, dann können Sie die Innenstädte zumachen.“

Das betreffe dann auch den Arbeitsmarkt: „Wenn nichts geschieht, dann werden mehr Arbeitsplätze aus dem Einzelhandelstarif der Innenstadt in den Logistiktarif der Außenstadt verlagert.“ Er verstehe nicht, so Mandac, warum die Kirche in der Frage der Sonntagsöffnung so viel Einfluss auf das öffentliche Leben habe: „Wir sind ein säkularer Staat.“

Die öffentliche Diskussion über den möglichen Zusammenschluss von Kaufhof mit den Warenhäusern der schwer angeschlagenen Karstadt-Gruppe verweist Mandac in den „Bereich der Spekulationen“. Kaufhof habe „keinen Kontakt zu Karstadt“, so der Aufsichtsratschef. „Wir optimieren unser eigenes Geschäftsmodell. Ausrufezeichen.“