Öko-Test testet Krabbelschuhe „grenzenlos schlecht“

vom 25.09.2013

Kritik des Naturtextilverbands an den Testmethoden

Von katastrophalen Ergebnissen bei Krabbelschuhen berichtet die Zeitschrift Öko-Test in ihrer Oktober-Ausgabe, die am 27. September erscheinen wird. Vier von 14 untersuchten Krabbelschuhen überschreiten danach gesetzliche Grenzwerte und hätten so gar nicht verkauft werden dürfen. Drei andere Produzenten stoppten nach den schlechten Öko-Test-Ergebnissen sofort den Verkauf ihrer Produkte.

Von den 14 untersuchten Modellen - darunter Schühchen aus Leder, Synthetik und Textil - schnitten 13 mit dem allerschlechtesten Testurteil „ungenügend“ ab. Nur ein einziges Paar Schuhe war akzeptabel, die Tester des Frankfurter Verbrauchermagazins kauften es bei der Drogeriemarktkette dm ein.

Zur Abwertung führte ein ganzes Sammelsurium an bedenklichen Schadstoffen, darunter Chrom VI, krebsverdächtige Farbstoffbestandteile, giftiges Dibutylzinn, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Weichmacher, die der Gesetzgeber schon verboten hat für Produkte, die Babys in den Mund nehmen können. H & M und KiK haben mitgeteilt, man habe die betroffenen Schuhe aus dem Verkauf genommen.

Vorwurf: Falsche Prüfverfahren

Der Internationale Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN) ist empört. „Wiederholt falsche Prüfverfahren, nicht nachvollziehbare Grenzwerte sowie der Verzicht auf Bewertung von Produktionsbedingungen machen uns fassungslos“, sagt Heike Scheuer, Leiterin der Geschäftsstelle des IVN. „Solche als unabhängig kaschierten Testergebnisse eines kommerziellen Magazins bringen niemandem etwas – weder den Vorreitern und Pionieren der Bio-Branche noch den konventionellen Modekonzernen. Sie machen die Verwirrung der Verbraucher komplett und geben dem Magazin eine Daseinsberechtigung – sonst nichts“, so Scheuer.

Der offensichtlichste Fehler ist der Redaktion sei der Auswahl der Analyseverfahren unterlaufen. Im Fall Formaldehyd verwendet Öko-Test das Verfahren DIN ISO 14181-1 – das korrekte Verfahren für Leder sei allerdings DIN ISO 17226-1. Eine Überprüfung der Testergebnisse nach den allgemein anerkannten Verfahren habe in einem Fall ein vollkommen anderes Bild als das publizierte ergeben. Außerdem sei die Bewertungsmethodik nicht nachvollziehbar und intransparent.