Schuhhandel: Erstes Halbjahr im Minus

vom 29.08.2013

BDSE errechnet drei Prozent weniger Umsatz in den ersten sechs Monaten.

Das Wetter meinte es im ersten Halbjahr nicht gut mit dem deutschen Schuhfachhandel. Unter Strich steht nach sechs Monaten ein Umsatzminus von drei Prozent. Das sagte die Vorsitzende des Bundesverband des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE), Brigitte Wischnewski, anlässlich der GDS-Pressekonferenz in Düsseldorf.

Der Start in das Jahr 2013 verlief für den Schuheinzelhandel zunächst noch recht optimistisch: Die Winterläger wurden aufgrund der lang anhaltenden kalten Witterung geräumt, wenn auch zum Teil mit höheren Preisabschlägen. Dann kamen aber schwache Monate, denn der Winter wollte dem Frühling, geschweige denn dem Sommer lange nicht weichen.

Während der stationäre Schuhhandel den Vorjahresumsatz nicht erreichte, konnte der Online-Handel ein Wachstum verzeichnen. Aktuelle Zahlen des statistischen Bundesamtes für Schuhe lagen noch nicht vor, das Wachstum im Distanzhandel (Katalog und Internet-Versand) dürfte aber nach Angaben des BDSE im unteren zweistelligen Bereich gelegen haben.

Der Schuhfachhandel erreichte in den ersten sechs Monaten – das erste Halbjahr ist üblicherweise umsatzschwächer als das zweite Halbjahr – inklusive des Versandgeschäfts ein Umsatzvolumen von rund 3,7 Milliarden Euro. Unter der Prämisse, dass sich der Absatz von Schuhen in den anderen Betriebsformen des Einzelhandels (Modehäuser, Warenhäuser, Verbrauchermärkte etc.) ähnlich entwickelt hat, geht der BDSE von einem Einzelhandels-Marktvolumen bei Schuhen in diesem Zeitraum von insgesamt 5,3 Milliarden Euro aus.

Die Verbraucherpreise bei Schuhen stiegen im ersten Halbjahr 2013 um 2,1 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten des Schuhfachhandels betrug Ende 2012 knapp 73.000. Dies war ein Rückgang um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch in diesem Jahr dürfte die Zahl der Mitarbeiter weitgehend stabil bleiben, wie eine Befragung des BDSE im Schuheinzelhandel ergab. 76 Prozent der Schuhhändler wollen ihren Personalbestand halten, 11 Prozent sogar ausbauen. Der stationäre Schuhhandel sieht in Beratung und Service wichtige Instrumente, um sich künftig im Wettbewerb – gerade auch gegenüber den reinen Online-Anbietern - zu profilieren. So wird mit 54,1 Prozent die Mehrheit der vom BDSE befragten Unternehmen in diesem Jahr in Qualifizierungsmaßnahmen der Mitarbeiter investieren.

Der BDSE begrüßt die Terminverschiebung und Neupositionierung der GDS als internationale Auftaktmesse für die Schuhbranche. Die Vorverlegung des Messetermins ab Sommer 2014 sei ein richtiger Schritt, sagte Wischnewski. Der Handel erhalte dadurch die Möglichkeit, sich zu einem frühen Termin umfassend über die neuen Modethemen und Kollektionen zu informieren. Der BDSE empfiehlt dem Schuheinzelhandel, diese Möglichkeit intensiv zu nutzen und appelliert an die Schuhindustrie, sich an der Neuausrichtung der Messe, auch im Interesse ihrer Kunden, rege zu beteiligen.