Snipe 100 – Der Schuh für den Kompost

vom 29.02.2012

Sattes Umsatzplus für die Marke im Jahr 2011

Er ist in traditioneller Ago-Machart gefertigt und gleichzeitig voll kompostierbar – der neue Snipe-Lederschuh „Snipe 100“, dessen Produktidee jetzt im Rahmen des Pressemeetings auf Gut Ising am Chiemsee vorgestellt wurde. Eine absolute Neuheit, wie Heiner Terbuyken, Geschäftsführer der Gabor Footwear GmbH, zu deren Portfolio neben dem Label Snipe auch Camel active gehört, betonte.

„Wir hatten die Idee, einen Schuh zu entwickeln, der am Ende seines Lebens mehr als nur ‚Müll’ ist“, so Terbuyken. Man wollte damit auch das Konsumentenbewusstsein bezüglich nachhaltiger Mode erweitern. So wurde unter der Koordination von Ernesto Segarra (Snipe-Gründer) mit der Universität Vigo (Spanien) der erste kompostierbare Lederschuh in traditioneller (geklebter) Machart entwickelt. Hierzu wurde ein eigenständiges Marketingkonzept erstellt, das ein spezielles Logo, separates Packaging und POS-Materialien beeinhaltet. 

Um dieser Aktion auch die entsprechende Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, hat man sich für den Vertrieb dieser Schuhe auch etwas Besonderes ausgedacht. In der ersten Saison gibt es nur einen Damen und einen Herrenschuh in jeweils nur einer Farbe. Es handelt sich dabei um einen Stiefel, soviel wurde verraten. Der Preis liegt bei rund 170 Euro. Der Händler kauft den Schuh „auf Vertrauensbasis“, also ungesehen, kann allerdings nach der Auslieferung im September die Schuhe innerhalb von acht Tagen retournieren. Gezeigt werden die beiden Modelle dann am 5. September anlässlich eines großen PR-Events auf der GDS in Düsseldorf. Gleichzeit wird der Komposthaufen gezeigt, in dem man jetzt in Gut Ising den ersten Prototyp eingegraben hat. Der Schuh sei, so die Produktverantwortlichen von Snipe 100,  dann bis September restlos zu nutzbaren Kompost geworden. Inwieweit dies auch tatsächlich stimmt, wird die Öffnung des Komposthaufens am 5. September zeigen. Exakt an diesem Tag wird der Schuh auch dem Handel ausgeliefert. So wird erstmalig ein Schuh zur gleichen Zeit dem Händler, der Fachpresse, der Publikumspresse und dem Endverbraucher vorgestellt.
Mit dem Novum Snipe 100 will das trendige Nachhaltigkeitslabel den Nachhaltigkeitsgedanken weiter ausbauen und damit den „ecologic footprint“ weiter verbessern. Dass man mit dem Konzept Snipe grundsätzlich auf einem sehr guten Weg ist, belegen auch die Zahlen, die Vertriebsleiter Michael Kleine vorstellte. Mit ihren Marken camel active und Snipe konnte die Gabor Footwear GmbH 2011 den Umsatz um 13 Prozent auf 65,0 Millionen Euro steigern konnte. Das entspricht 1,4 Millionen verkaufter Paar.

Die Marke Snipe hat in ihrem zweiten vollen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von 23 Prozent erreicht (Deutschland +26 Prozent, Ausland +20 Prozent) und konnte die Paarzahl-Verkäufe um 26 Prozent steigern. Die wichtigsten Exportmärkte sind Österreich, Frankreich, Belgien und die Schweiz auf einem besonders hohen Niveau. Nicht zufrieden war man in Rosenheim hingegen mit der Vororderrunde für Frühjahr/Sommer 2012, in der man, bedingt durch die schlechten Abverkäufe der Sommersaison, ein starkes Minus eingefahren hat. Dies geht einher mit einer notwendig gewordenen Umstrukturierung der Retailkunden. „Wir haben uns getrennt von Kunden, die der Beratungsintensität unseres Produktes nicht Rechnung tragen können oder wollen“, so Kleine. Mit einer sehr soliden Basis von rund 20 zufriedenen Top-Kunden habe man knapp 45 Prozent des Snipe-Umsatzes erreicht. Auch dass fast 30 Prozent der Umsätze über Onlineanbieter und den Versandhandel, davon über die Hälfte von Versendern mit ökologischem Fokus erzielt werden, zeige, dass sich mit Beratung und einem geeigneten Warenkontext gute Abverkäufe realisieren lassen.

Dazu gehört nicht zuletzt neben dem Konzept auch das Produkt. Sehr gute Abverkäufe in einer schwierigen Saison, die durch starke Nachordertätigkeiten des Handels bestätig wurden, waren die Basis für eine wiederum sehr eigenständige, innovative Herbst-/Winter-Kollektion, die von Brandmanger Rudy Haslbeck vorgestellt wurde. Natürlich chromfrei, mit handwerklichem Charakter und viel Liebe zum Detail zeichnet die dreizehn Gruppen, oft Unisex, aus. Dazu gehören grobe Nähte, rustikale Strickmaterialien, profilierte Sohlen, wie auch die neue „Commando Outsole“, helle, farblich akzentuierte Böden und der Einsatz hochwertiger Materialien. Aber auch neue Keil- und Absatzformen, eigenständige Entwicklungen im Sneakerbereich bis zu erstmalig gezeigten Trotteur- und Cityschuhvarianten mit und ohne Lammfell zeigten was man bei Snipe unter zeitloser Mode versteht. Ganz neu ist ein modischer Wiesn’-Schuh für Damen und Herren, der auf Wunsch des Kunden personalisiert werden kann. Händler, die diese Modelle verkaufen, nehmen an einer Verlosung zum Besuch der Rosenheimer Wiesn’ teil. Und Bags are back: Snipe Taschen gibt es ab der kommenden Saison auch wieder im Programm. Hierüber mehr in der nächsten Ausgabe von Shoez.

Neues in Sachen Marketing wurde von Marketing Managerin Julia Boltersdorf vorgestellt. Besonders stolz ist man, dass man online die facebook-Fangemeinde um fast das fünffache auf 7.600 Fans steigern konnte und dass die „offline“  Orangen-Promotionsaktion bei den teilnehmenden Händlern von den Endverbrauchern so gut angenommen wurde, dass man sie in der nächsten Saison erneut durchführt.

Nadine L’Allemand