Spitzenmieten bleiben stabil

vom 14.09.2015

JLL prognostiziert nur moderate Preissteigerungen im zweiten Halbjahr

Die Spitzenmieten für Einzelhandelsflächen in den 185 wichtigsten deutschen Einkaufsstädten steigen nach Analysen des Immobilien-Dienstleisters Jones Lang LaSalle (JLL) im zweiten Halbjahr 2015 nur moderat. Im Durchschnitt werden sie rund ein Prozent über dem Vergleichswert der zweiten Hälfte des Vorjahres liegen. Nach dem deutlichen Preissprung von 2013 auf 2014, hat sich die Entwicklung damit wieder stabilisiert. In nur noch 22 % der untersuchten Städte erwartet JLL bei der Neuvermietung eines 100 m²-Standardladenlokals höhere Mieten als im zweiten Halbjahr 2014. Rund 60 % der Städte weisen derweil stabile Spitzenmieten auf, während JLL in 18 % der Fälle rückläufige Mietpreise erwartet.

In den zehn Top-Metropolen erwartet JLL im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 leicht steigende Mieten. Die stärksten Anstiege werden für Berlin (+6,7%), Frankfurt (+3,3%) und Mannheim (+2,9%) prognostiziert. Unabhängig davon bleibt München mit einem konstanten Wert von 360 Euro/m² vorerst unerreichbar auf dem ersten Platz des deutschen Mietpreisrankings. Berlin (320 Euro/m²; +20 Euro/m²) und Frankfurt (310 Euro/m²; +10 Euro/m²) komplettieren das Spitzentrio. Dahinter folgt mit Düsseldorf (290 Euro/m²), Hamburg (280 Euro/m²), Köln (255 Euro/m²) und Stuttgart (250 Euro/m²) ein Quartett mit Preisen von mindestens 250 Euro/m². Dahinter rangieren Dortmund (225 Euro/m²), Hannover (200 Euro/m²) und Mannheim (175 Euro/m²).

Die weiter gefasste Gruppe der 50 nach Miethöhe wichtigsten deutschen Handelsstandorte zeigt ebenfalls einen leichten Aufwärtstrend. Im Durchschnitt legen die Spitzenmieten gegenüber dem zweiten Halbjahr 2014 um 1,3 Prozent zu. Rund ein Drittel (30%) der untersuchten Städte weist steigende Mieten auf. Abgesehen von den genannten Top-10-Städten erwartet JLL Zuwächse um mehr als 5 % in Würzburg (130 Euro/m²; Rang 15 bundesweit), Karlsruhe (110 Euro/m²; Rang 26), Reutlingen (90 Euro/m²; Rang 38), Lüneburg (85 Euro/m²; Rang 44). Leicht rückläufige Mieten sieht JLL in der Top-50-Gruppe lediglich in Gießen, Braunschweig, Rostock und Ingolstadt.

Starke Unterschiede bei den Spitzenmieten zeigen sich erwartungsgemäß bei einer Betrachtung nach der Stadtgröße. Die 15 Städte mit 250.000-500.000 Einwohnern erzielen im Durchschnitt knapp 103 Euro/m² und liegen damit exakt auf dem Niveau des Vorjahres. Hier liegt Mannheim (175 Euro/m²) vor Münster (165 Euro/m²) und Nürnberg (160 Euro/m²). In den rund 50 untersuchten Städten mit 100.000-250.000 Einwohnern liegt die Spitzenmiete bei durchschnittlich 67 Euro/m². Diese Kategorie führt Freiburg (165 Euro/m²), Würzburg (130 Euro/m²) und Mainz (125 Euro/m²). In den 105 Städten mit unter 100.000 Einwohnern werden im Mittel Spitzenmieten von unter 40 Euro/m² erzielt. Gießen (92 Euro/m²), Rosenheim (90 Euro/m²) und Lüneburg (85 Euro/m²) führen hier die Erhebung an.

Für das 2. Halbjahr 2015 rechnet JLL in den Luxusmeilen Deutschlands durchweg mit konstanten Spitzenmieten. Spitzenreiter ist danach der Berliner Kurfürstendamm mit bis zu 300 Euro/m². Es folgen die Düsseldorfer Königsallee (290 Euro/m²) und die Münchener Maximilianstraße (280 Euro/m²). Die Frankfurter Goethestraße (250 Euro/m²) und der Neue Wall in Hamburg (240 Euro/m²) komplettieren die Top 5. Für die Stuttgarter Stiftstraße prognostiziert JLL bis zu 185 Euro/m².