Zusa-Generalversammlung in Gstaad

vom 14.06.2013

Die Schweizer Einkaufsgenossenschaft engagiert sich für eine bessere Schuhbranche

Die Schweizer Einkaufsgenossenschaft Zusa – unabhängige Schuhhändler – beschäftigte sich auf ihrer 57. Generalversammlung am 10. Juni in Gstaad mit den Herausforderungen des Schuhdetailhandels rund um Einkaufspreise, Löhne, Bildung und Marketing.

Der Schuhdetailhandel ist in den letzten Wochen vermehrt von Medien und Gewerkschaften wegen der Lohnpolitik einiger Unternehmen in die Kritik geraten. Diese Negativschlagzeilen nahm Christoph Romang, Präsident der Einkaufsgenossenschaft Zusa – unabhängige Schuhhändler –, zum Anlass, die Mitglieder aufzurufen, sich Gedanken über die eigenen Anstellungsbedingungen ihrer Angestellten zu machen. Dies jedoch nicht nur angesichts der Kritik von Medien und Gewerkschaften, sondern auch im Hinblick auf die kommenden, geburtenschwachen Jahrgänge. „Der Schuhdetailhandel gehört aus verschiedenen Gründen nicht zu den gefragtesten Berufen. Deshalb sind wir gefordert, unsere Ausbildungs- und Arbeitsplätze so attraktiv wie möglich zu gestalten. Dann sollte uns die Mindestlohninitiative kaum mehr beschäftigen“, so Christoph Romang. Im Rahmen einer Umfrage unter den Zusa-Mitgliedern soll eruiert werden, wie viel junge Mitarbeiter im ersten Jahr nach Abschluss ihrer Berufslehre im Schuhdetailhandel verdienen. Diese Zahlen bilden anschließend die Grundlagen für Zusa-interne Lohnempfehlungen.

Ein heißes Eisen, das dem gesamten Schuhdetailhandel und somit auch den Mitgliedern der Zusa unter den Nägeln brennt, sind die Einkaufspreise mancher Schuhlieferanten. Wie Zusa-Geschäftsführer Hansjörg Egli informierte, zahlen die Schweizer Schuhgeschäfte bei einigen Schuhherstellern immer noch bis zu einem Drittel mehr als ihre deutschen oder österreichischen Kollegen. „Uns liegen Vergleichszahlen aus dem Ausland vor, die unsere Annahmen bestätigen“, erklärt Hansjörg Egli. Gemeinsam mit dem Schweizerischen Schuhhändler-Verband (SSV) sowie weiteren Schuhdetailhändlern werde die ZUSA nun das Gespräch mit den betreffenden Lieferanten suchen und sich für eine Anpassung der Einkaufspreise stark machen.

Fachlehrgang und Ladenspiegel

Stolz ist die Zusa auf ihr internes Aus- und Weiterbildungsprogramm, von dem Lernende ebenso profitieren wie Quereinsteigende oder Mitarbeiter, die ihr Fachwissen auf den neuesten Stand bringen wollen. Der 2012 neu konzipierte Fachlehrgang hat sich bewährt und erhält nun noch wenige Anpassungen im Detail, wie Hansjörg Egli informierte.

Speziell für Ladeninhaber wird neu ein Marketingseminar zum Thema Ladenspiegel ins Programm aufgenommen. Dieses Angebot soll den Mitgliedern aufzeigen, wo die Stärken und Schwächen ihrer Geschäfte und deren Standorte liegen. Zusammen mit Hans-Peter Weber von Weber Consulting in Hochdorf werden der erste Eindruck, die Warenpräsentation, Beschriftung, das Sortiment und die Raumgestaltung unter die Lupe genommen und analysiert und gemeinsam Maßnahmen für den Alltag definiert.

Eine wichtige Komponente der Marketingaktivitäten der Zusa ist das Mystery-Shopping, das 2010 Zusammenarbeit mit der Smart Concept AG in Uster letztmals umgesetzt wurde. Nun haben die Mitglieder der Einkaufsgenossenschaft wieder die Möglichkeit, die Servicequalität ihrer Geschäfte von professionellen Testkäufern begutachten zu lassen. Dieses Jahr wird auch – so Hansjörg Egli – verstärkt Augenmerk auf die Website, den Standort, die Öffnungszeiten, die Dienstleistungen des Geschäfts, das Schaufenster und das Engagement des Verkaufspersonals gelegt.

Die Resultate sollen Mitte Oktober veröffentlicht werden. Bewusst lässt die ZUSA von den Testkäufern auch fünf Läden bewerten, die nicht Mitglied der ZUSA sind. Dadurch erhoffe man sich wertvolle Vergleichszahlen, begründete Hansjörg Egli. Nachdem die Plakataktion der Zusa an den Standorten ihrer Mitgliedsgeschäfte auf eine positive Resonanz gestoßen ist, möchte der Verwaltungsrat der Einkaufsgenossenschaft nun mit einem sechsseitigen Prospekt über das Sortiment in den Bereichen Herrenschuhe, Bequemschuhe und Outdoor-Schuhwerk sowie mit einem Kurzporträt über das jeweilige Mitgliedsgeschäft zusätzliche Mehrwerte für die Zusa-Betriebe schaffen.

Als große Chance für die Schuhbranche bezeichnete Zusa-Präsident Christoph Romang den ersten Schweizer Schuh-Tag am 22. August auf dem Bundesplatz in Bern, organisiert vom Schweizerischen Schuhhändler-Verband. Die Zusa wird sich als Sponsor finanziell an diesem Großereignis beteiligen und mit gezielten Kommunikationsmaßnahmen übers Internet und mit dem Versand von Flyern weitere Unterstützung anbieten, betonte Hansjörg Egli.

Im letzten Jahr wurden drei neue Schuhgeschäfte in die Einkaufsgenossenschaft Zusa aufgenommen: Heribert Brune, Inhaber des Brune-Shops in Zürich und des Schuhhaus Maissen in Langenthal, Sabine und Peter Christen von Schuhe Christen in Wynigen sowie Sandra Schick und Silvia Stähli vom Schuh-Punkt in Schwarzenburg. Somit zählt die Zusa 81 Mitglieder. Sämtliche Verwaltungsratsmitglieder wurden auf der GV für eine weitere Amtsperiode gewählt, ebenso Präsident Christoph Romang. Ueli Schneider hingegen steht nur noch bis 2014 als Vizepräsident zur Verfügung.