100 Jahre Deutsches Ledermuseum

vom 20.12.2016

Zwei Ausstellungen stellen 2017 die Bandbreite des Museums dar

Im Jahr 2017 feiert das Deutsche Ledermuseum sein 100-jähriges Bestehen. Das Museum wurde 1917 von Hugo Eberhardt in der Lederstadt Offenbach am Main ursprünglich als Sammlung von historischen Vorbildern für die Ausbildung junger Handwerker, Designer und Lederwarenproduzenten gegründet. Bis heute konnten mehr als 30.000 Objekte aus allen Kulturen und Epochen zusammengetragen werden, die sich auf drei Sammlungsbereiche – der Angewandten Kunst, der Ethnologie und des Deutschen Schuhmuseums – aufteilen.

Damit ist das Deutsche Ledermuseum das weltweit einzige Museum, das ausschließlich alles rund um das Material Leder sammelt und präsentiert. Im Jubiläumsjahr wird gezeigt, über welche Schätze das Deutsche Ledermuseum verfügt --‐ zum Teil noch verborgen in den Magazinen --‐ und wie sich die Macher die Zukunft des Museums vorstellen. Zwei Ausstellungen werden die Bandbreite des Museums darstellen, aber natürlich dreht sich alles, wie könnte es anders sein, um das Thema Leder.

Linking Leather ‐ Die Vielfalt des Leders (17. März bis 22. Oktober 2017 )

Zum Auftakt präsentiert das Museum im März 2017 die Ausstellung Linking Leather --‐ Die Vielfalt des Leders, die sich mit neuester Ausstellungs-Technik ganz dem Werkstoff Leder widmet. In einer interaktiven Installation können die Besucher den faszinierenden Werkstoff Leder sinnlich erfahren und die unterschiedlichen Lederarten, Verzierungstechniken oder Gerbmethoden erfühlen oder ertasten.

Leder ist einer der ältesten Werkstoffe der Menschheit, der von allen Ethnien, von Urzeiten bis heute zum Schutz, zu unterschiedlichstem Gebrauch, zum Schmücken und Verzieren genutzt wird. Rindsleder, Lammleder, Nubuk, Velours – der Vielfalt des Leders sind kaum Grenzen gesetzt. Lederarten unterscheiden sich nicht nur in ihrem Ausgangsmaterial, der Tierhaut, sondern auch in der Gerbmethode, die unterschiedliche Funktionen, Optik und Haptik entstehen lässt.

Was genau ist Wildleder? Und wie sieht eigentlich getrockneter Seehunddarm aus? Welche nachhaltigen Alternativen stehen heute zur Verfügung? Diese Fragen werden in der Ausstellung beantwortet. Aber auch Themen wie Artenschutz, Ersatzmaterialien oder die wachsende Vegankultur sind Gegenstand der multimedialen Installation. Die Ausstellung wird in enger Kooperation mit Prof. Frank Zebner und seinem Design Innovation Institute Offenbach an der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach entwickelt.