30 Minuten Deutschland: Shopping-Falle Internet

vom 05.01.2015

RTL, 05.01., 23:00-00:00 Uhr

90.000 Berliner müssen pro Jahr zum Zollamt nach Schöneberg, weil ihre Päckchen dort gelandet sind. Vor allem in der Vor- und Nachweihnachtszeit geht im wahrsten Sinne des Wortes die Post ab. Denn in den Monaten Dezember und Januar landen hunderttausende Briefe, Päckchen und Pakete aus dem Ausland beim Zoll, weil die Angaben zum Inhalt fehlen oder der Inhalt gegen die Einfuhrbestimmungen verstößt.

Ob aus Asien, den USA oder Australien, so genannte Drittlandsware kann zur teuren Überraschung werden. Die meisten Schnäppchenjäger denken nicht an die gesetzlichen Steuern und Zölle. Da kann schon mal ein MP3-Player oder die im Internet bestellten Skihandschuhe aus der Schweiz teurer als im Laden werden. Gefälschte Designerklamotten, Louis-Vuitton-Taschen oder Rolex-Uhren landen dann erst gar nicht beim Empfänger, sondern werden vom Zoll ersatzlos beschlagnahmt und vernichtet.

Regelmäßig entdecken die Zöllner beim Öffnen der Pakete auch verbotene Waren: artgeschützte Tiere, nicht zugelassene Medikamente, verbotene Waffen oder in einem Teddy versteckte Drogen im Wert von mehreren hunderttausend Euro. Täglich treffen im Zollamt Post Schöneberg bis zu fünfhundert Kunden ein und in rund 80 Prozent aller Fälle versuchen die Verkäufer bei der Einfuhr zu schummeln. Der Empfänger haftet - das ist das Prinzip. Er ist in jedem Fall abgabenpflichtig. Nur wer den Empfang des Paketes vor dem Öffnen ablehnt, muss nicht mit negativen Folgen rechnen.