Anna Piaggi - Queen der Exzentrik

vom 03.04.2016

SWR, 03.04., 10:50-11:15 Uhr

Anna Piaggi galt als Mode-Ikone. Sie selbst sah sich jedoch einfach als professionelle Journalistin", so bringt es der Londoner Hutdesigner Stephen Jones, ein enger Freund Anna Piaggis auf den Punkt. Für sie war die Welt ein ewiger Laufsteg. Die Mailänderin Anna Piaggi (1931-2012) war über 50 Jahre lang eine der einflussreichsten und schillerndsten Persönlichkeiten des Modejournalismus.

Als Dauergast in der ersten Reihe der wichtigsten Mode-Defilées kommentierte sie die Trends und stellte diese mit ihrem eigenen exzentrischen Kleidungsstil regelmäßig in den Schatten. Anna Piaggi liebte die Provokation und die Selbstverwirklichung. Sie war befreundet mit vielen bekannten Modeschöpfern wie Rosita Missoni, dem Schuh-Designer Manolo Blahnik und Karl Lagerfeld, mit dem sie sich jedoch wenige Jahre vor ihrem Tod hoffnungslos zerstritt.

Der Film blickt zurück auf das Leben der "Queen der Exzentik", die mit ihrer außergewöhnlichen Persönlichkeit die Modewelt aufgemischt hat. 1931 in Mailand geboren, arbeitete sie nach einer strengen Schulbildung für das größte Verlagshaus Italiens "Mondadori", wo sie auch ihren späteren Mann kennenlernte: Alfa Castaldi, damals schon ein renommierter Modefotograf. Nach Stationen für das Modemagazin "Arianna" schrieb sie seit 1969 für die italienische "Vogue". Vor allem mit ihren "Doppie Pagine" genannten doppelseitigen Collagen, bestehend aus Fotos, Illustrationen, Texten und eigenen Wortschöpfungen, erlangte Anna Piaggi Kultstatus.

Die Collage prägte auch ihren eigenen Kleidungsstil: Mutig mischte sie Farben, Stoffe und Epochen, als eine der ersten entdeckte sie den "Vintage"-Look. Jedes ihrer über 2000 Outfits zog sie nur einmal an, und fast jedes krönte sie mit einem ausgefallenen Hut. So wurde sie selbst zur Mode-Ikone. Der Film dokumentiert die wichtigsten Stationen im Leben von Anna Piaggi. Dabei kommen auch bedeutende Persönlichkeiten der Modewelt wie Rosita Missoni, der Schuh-Designer Manolo Blahnik und der Londoner Hutmacher Stephen Jones zu Wort.