Der Schuh – 5000 Jahre unterwegs

vom 19.12.2016

Sonderausstellung im Museum für Urgeschichte(n) in Zug

Eine Sonderausstellung zum Thema „Der Schuh – 5000 Jahre unterwegs“ ist noch bis zum 5. Juni 2017 im Museum für Urgeschichte(n) im schweizerischen Zug zu sehen. Zahlreiche Originalfunde aus dem In- und Ausland geben Einblick in die Geschichte der menschlichen Fußbekleidung. Nachbildungen vieler Exponate können angefasst und gar auf dem Laufsteg anprobiert werden.

Menschen schützen ihre Füsse seit Jahrtausenden. Dennoch sind Schuhe seltene archäologische Funde, denn Materialien wie Leder, Bast oder Holz bleiben im Boden nur unter sehr speziellen Bedingungen erhalten. Die Sonderausstellung „Der Schuh“ begibt sich auf die Spuren der menschlichen Fußbekleidung und präsentiert archäologische Schuhfunde aus fünf Jahrtausenden. Darunter sind Fundstücke aus dem Kanton Zug und zahlreiche Leihgaben aus dem In- und Ausland.

Zu den jungsteinzeitlichen Funden gehören beispielsweise Teile eines Lederschuhs, den ein schmelzendes Eisfeld am Schnidejoch vor einigen Jahren freigab, und ein Schuh aus einem Moor im niederländischen Buinerveen. In den Salzbergwerken von Hallstatt und Hallein (Österreich) wurden eisenzeitliche Lederschuhe durch das Salz konserviert. In der Ausstellung ist ein Schuh aus Hallstatt zu sehen.

Neue, oft mehrteilige Schuhtypen verbreiteten sich in der römischen Epoche nördlich der Alpen. Die Ausstellung präsentiert Leder- und Holzsohlen aus dem Legionslager von Vindonissa. Zu den weiteren Highlights gehört eine Auswahl von hervorragend erhaltenen Schuhen aus einem verfüllten Brunnenschacht im Kastell von Welzheim (Süddeutschland). Fast das gesamte Spektrum des römischen Schuhwerks ist im Original vertreten, von der Legionärssandale caliga bis hin zum Pantoffel (soccus).

Einen Einblick in die Schuhmode des Mittelalters geben unter anderem Funde aus einer Schusterwerkstatt aus der Zeit um 1500 an der Zuger St.-Oswalds-Gasse. Viele der ausgestellten Originale sind zusätzlich in Form von Repliken präsent. Jungsteinzeitliche Bastschuhe, bronzezeitliche Bundschuhe, Römische caligae und weitere Modelle stehen in gängigen Größen bereit. Die Besucherinnen und Besucher können so in die Fußstapfen von Menschen vergangener Zeiten treten. Ein Laufsteg bietet verschiedene Bodenbeläge, vom Straßenkoffer über Stein- und Tonplatten bis zum Parkett.

Auch die Herstellung von Schuhen ist Teil der Ausstellung. Werkzeuge, Schnittmuster und Halbfabrikate ermöglichen eine Gegenüberstellung des Schusterhandwerks verschiedener Epochen. Ein Fenster in die Gegenwart schließlich zeigt einen Ausschnitt der heutigen Schuhvielfalt. Zu sehen sind Schuhe mit einer Geschichte von prominenten Zuger Sportlerinnen und Sportlern, Ikonen der Schuhgeschichte, Schuhe aus Schweizer Produktion und mehr, vom Birkenstock über den Feuerwehrstiefel bis zum Ballettschuh.

Eine märchenhafte Inszenierung auf der Kindergalerie geht den Schuhen in bekannten und weniger bekannten Märchen nach. Zahlreiche Aktionsnachmittage, Führungen, Vorträge und Workshops komplettieren das Programm. Beispielsweise können alle ab 12 Jahren im Schuhmacher-Workshop unter kundiger Anleitung ihr eigenes Paar Schuhe fertigen. Das vollständige Rahmenprogramm findet sich auf der Homepage www.museenzug.ch/urgeschichte.