Die Textil-Legende Gütermann: Mit seidenem Faden

vom 30.11.2014

SWR, 30.11., 20:15-21:00 Uhr

Es ist die Geschichte einer Unternehmerdynastie, die ein ganzes Tal geprägt hat. Außerdem ist es die Geschichte einer Traditionsfirma, die zum Globalplayer wurde: Gütermann, Produzent von Nähfaden. Ihre Fäden kommen dort zum Einsatz, wo es richtig teuer wird: in Brioni-Anzügen, Prada-Täschchen oder Armani-Hemden.

Auch in der Industrie setzt man auf die Reißfestigkeit der Gütermann-Fäden: Sie halten Feuerwehranzüge zusammen, schusssichere Westen, Formel-1-Rennanzüge oder Airbags. Vor gut 150 Jahren zog es den Unternehmer Max Gütermann aus Wien in ein abgelegenes Tal im Schwarzwald. In Gutach an der Elz gründete er seine Nähseiden-Firma Gütermann. Hier fand er das weiche Wasser, das seine Seidenfäden brauchten. Mit unternehmerischem Geschick und eigenen Erfindungen eroberte er im 19. Jahrhundert den Markt, die Produktion florierte und der Reichtum floss ins Elztal.

Die Familie Gütermann und ihr Unternehmen drückten in den kommenden Jahrzehnten dem Ort und dem Tal ihren Stempel auf. Die Fabrikherren bauten mondäne Villen, Arbeitersiedlungen, einen Golfplatz und das erste Freibad des Tals. Es entstanden Schulen, Kindergärten und ein Krankenhaus. Die firmeneigenen Kraftwerke versorgten die Menschen mit Strom und der Gutshof brachte alle Lebensmittel, die man brauchte. Sogar die Bauern auf den Bergen orientierten ihren Arbeitstag an der Fabriksirene von Gütermann. Alexandra Gütermann, Nachfahrin in der fünften Generation des Firmengründers, und Wolfram Kiess, einer der dienstältesten Mitarbeiter bei Gütermann, erzählen die Geschichte des Unternehmens.