Handelskongress
Primetime Shoes
Outdoorschuhe aus terracare-Leder
Leder Made in Germany

Dynastien in NRW - Die Modehausfamilien Sinn und Leffers

vom 20.09.2013

WDR, 20.09., 20.15-21.00 Uhr

Beim Einkaufsbummel in den Fußgängerzonen der Innenstädte taucht neben den vielen neuen Marken ein traditioneller Name recht häufig auf: SinnLeffers. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es zwölf solcher Modehäuser, bundesweit sind es mehr als zwanzig. Dahinter verbirgt sich die lange und wechselvolle Geschichte zweier Kaufmannsfamilien, die sich beide schon im 19. Jahrhundert auf den Textilhandel konzentrierten und nach und nach ein riesiges Netz mit vielen einzelnen Geschäften errichteten, alle in Familienhand.

Dem Konzentrationsprozess der achtziger Jahre hat diese über Generationen weitergereichte Art der Geschäftsführung nicht standhalten können. Beide Unternehmen, Sinn und Leffers, wurden nacheinander von Quelle übernommen, dann miteinander fusioniert und erlebten mehr als schwierige Jahre. Viele Geschäfte wurden geschlossen, sehr zum Leidwesen einer Kundschaft, die oft auch schon über Generationen bei Sinn oder Leffers gekauft hatten. Mittlerweile sieht die Zukunft wieder positiv aus: Die Sanierung gilt als ausgesprochen gelungen, und im Januar hat das Modehausunternehmen Wöhrl angekündigt, SinnLeffers weiterführen zu wollen.

In der Dokumentation von Carsten Günther und Traute Bonnichsen erzählen Angehörige der Familien und der Unternehmen Sinn und Leffers von dieser bewegten Entwicklung. Sie schildern, mit welch innovativen Tricks die Brüder Leffers Käufer in ihr erstes Geschäft lockten, und wie sparsam das Leben der Gründergeneration aussah. Sie erinnern an den strengen Geist einer ehrbaren Kaufmannsfamilie, in der das Geschäft über alles ging, so sehr, dass eine Heirat auch schon einmal morgens um fünf Uhr begangen wurde. Die Töchter des letzten Familieninhabers von Sinn in Aachen erzählen von der Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg, als der wesentliche Umsatz mit „Weißwaren“, also Tisch- und Bettwäsche, gemacht wurde, als Verkäuferinnen hinter ihren Tresen haltbare und solide Stoffe anpriesen und die Familiengeschichte ihrer Kundinnen kannten. Verkäuferinnen der Nachkriegszeit beschreiben die familiären Seiten des Unternehmens, die Veränderungen mit den neuen Modewellen seit den sechziger Jahren und die turbulenten Jahre von Übernahme, Fusion, Krise und Neubeginn.

Wiederholung

21.09., 12.45-13.30 Uhr