Feine Stoffe, ferne Länder: Tibet

vom 30.09.2017

arte, 30.09., 15:55-16:40 Uhr

Dechen Yeshi ist 34 Jahre alt. Ihre Mutter ist Amerikanerin, ihr Vater Tibeter. Sie ist in Indien aufgewachsen und hat in den USA Ostasienwissenschaft und Film studiert. Vor zehn Jahren reiste Dechen mit ihrem Bruder durch das Hochland von Tibet. Hier lernte sie das entbehrungsreiche Leben der Nomaden kennen und die besonderen Eigenschaften der Yak-Wolle. Sie entschloss sich, nicht mehr fortzugehen und Arbeitsplätze zu schaffen. Sie hat das Leben der Tibeter verändert und einen Stoff wiederentdeckt, dessen Qualität von Peking bis Paris anerkannt wird.

Das Yak trägt als Kälteschutz unter seinem groben Oberhaar ein weiches Unterhaar, das sich nur in Handarbeit gewinnen lässt und Kulu genannt wird. Kulu ist der feinste Teil der Yak-Wolle. In der Region Amdo, im äußersten Westen Chinas, eröffnete Dechen in über 3.200 Meter Höhe eine Werkstatt, in der sie gemeinsam mit tibetischen Nomaden das traditionelle Weben der Yak-Wolle wiederbelebte. Um gegen die Vertreibung und Verarmung der tibetischen Nomaden zu kämpfen, setzt Dechens Betrieb Norlha - zu Deutsch "Gott des Reichtums" beziehungsweise "Gott der Yaks" - auf Nachhaltigkeit. Mit über 110 Mitarbeitern bringt die Weberei den letzten Nomaden dieser Region Tibets eine Zukunft, Stolz und Wohlstand.

Wiederholungen

11.10., 11:10-12:15 Uhr

19.10., 08:35-09:20 Uhr