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Jacke, Weste, Hose, passt - Tradition auf drei Stockwerken

vom 06.01.2014

NDR, 06.01., 18:15-18:45 Uhr

„Der passt immer, bei Freud und Leid ...“, sagt Verkäufer Herr Engelin zum Kunden, der sich noch einmal im schwarzen Gabardineanzug und Socken vor dem Spiegel dreht. Und der Käufer nickt. Wer in den Laden zu Policke kommt, kauft dort auch. 99 Prozent der Kunden jedenfalls verlassen das Geschäft mit den groß bedruckten Tüten und meistens frohen Herzens.

Hier wird jedem Kunden nach blitzschneller Inaugenscheinnahme der Maße aus dem Angebot von Anzügen, die unter der Decke hängen, per Holzstange und Leiter exakt die richtige Passform gereicht. Bei Policke ist der „gute Anzug“ nicht aus der Mode gekommen, sondern verspricht gediegene Verlässlichkeit. Einen Anzug von Policke trägt man jahrzehntelang, ohne dabei das Gefühl zu verlieren, vollkommen richtig gekleidet zu sein.

1931 eröffnete Gotthard Policke den Laden in der Böckmannstraße in Hamburg-St. Georg und wohnte oben darüber mit seiner Familie. Die 90 Quadratmeter pro Verkaufsstockwerk sind geblieben, die ausgetretene Treppe zeugt ebenfalls noch von der Gründerzeit. Ansonsten aber baut Claus Burchard, der das Geschäft Anfang 2000 übernommen hat, kräftig auf. Die Konkurrenz des Internethandels muss er nicht fürchten. Die Belegschaft von ehemals 40 Angestellten hat sich auf 66 erhöht. Anfang 2014 wird noch einmal an Personal aufgestockt. Etliche Aushilfen sind für den Verkauf an den Sonnabenden eingestellt, dieser Tag ist seit jeher die „rush hour“ im Policke. Dann stehen die Leute manchmal bis weit auf die Straße hinaus Schlange, um sich bei Policke den letzten Schliff in Sachen gediegener Auftritt zum günstigen Preis zu holen. Dabei werden sie zupackend beraten und bedient von den sachkundigen Verkaufskräften mit dem rustikalem Charme und der lockeren Zunge: „Bei mir wird jeder geduzt, nur Helmut Schmidt, den habe ich gesiezt“, erzählt Fachverkäufer Rainer Kiepke, der seit 14 Jahren dabei ist.

Im Neubau gegenüber vom Stammhaus gibt es nun auch Schuhe zu kaufen, im Hinterhof Hemden und Accessoires. Sogar Ware für jugendliche Kunden wird, wenn auch ein wenig verschämt, angeboten: P2 heißt der Laden gleich neben dem altehrwürdigen Herrenausstatter. Chef Carsten Burchard setzt auf Expansion ohne die bewährten Pfade zu verlassen: Damenmode wird es bei Policke nie geben und ins Internet geht er mit seinem Angebot schon gar nicht. Das Haus Policke bleibt bei seiner Kernkompetenz, dem Direktverkauf, Auge in Auge mit dem Kunden, mit kernigen Verkäufern und doch ganz hanseatisch.

Wiederholung

13.01., 04:25-04:55 Uhr