Jean-Charles de Castelbajac: Verliere nie das Kind in dir!

vom 28.09.2018

arte, 28.09., 23:00-23:50 Uhr

Er hat den Papst eingekleidet und Katy Perry, er war mit den Sex Pistols befreundet und mit Keith Haring: Jean-Charles de Castelbajac - französischer Modeschöpfer, Maler und Designer. Er ließ sich von der Pop-Art zu unverwechselbaren, farbenfrohen Looks inspirieren, mit denen er in den 80er Jahren die internationale Modeszene eroberte. Mit seinen ausgefallenen Outfits für Größen der Popwelt wie Lady Gaga sorgte er für Furore. Ein Rückblick auf das Leben und die Karriere eines unermüdlichen Querdenkers und Mode-Rebellen.

Er galt in den 70ern als König der Anti-Mode und gilt heute wieder als zeitgenössisch: Jean-Charles de Castelbajac. Bei seinen Kollektionen lässt er sich von der Kunst- und Filmgeschichte, aber auch von politischen und gesellschaftlichen Strömungen beeinflussen. In den 60ern war seine experimentelle Mode davon inspiriert, was ihn als Jugendlichen fasziniert hatte - Arbeitskleidung, Militär-Uniformen, dazu eine gehörige Prise Beatnik.

Sein eigenes Label gründete Jean-Charles de Castelbajac im Jahr 1979. In den 80er Jahren, die er selbst als seine kreativsten Jahre bezeichnet, entwarf er unter anderem Trikots für die amerikanische Olympia-Mannschaft und landete einen Coup mit einem Snoopy-Pullover, der den Schriftzug „To be or not to be“ trug.

Castelbajac bat auch bedeutende Künstler, Kleider aus Plastikplanen zu bemalen. 1987 beauftragte ihn Keith Haring in New York mit einem Teddybär-Mantel für Madonna. In den 90ern entwarf er Roben für den Papst und 5.500 Geistliche zum Weltjugendtag in Paris. Für Superstars wie Lady Gaga, Katy Perry, Beyoncé, Rihanna oder auch M.I.A. hat er ausgefallene Bühnen-Outfits kreiert.

Castelbajacs Mode- und Designkreationen werden regelmäßig in großen Museen gezeigt. Er liebt Kulturschocks zwischen Poesie und Pogo, Philosophie und Prêt-à-porter, Hip-Hop und Pop-Art, mittelalterlichen Wappen und Cartoon-Motiven. Ähnlich wie Vivian Westwood versuchte Castelbajac ein Leben lang, immer wieder Grenzen einzureißen. Seine farbenfrohe und poppige Mode wird oft als verrückt bezeichnet, doch er arbeitete für zahlreiche internationale Modehäuser und verkaufte seinen Namen an koreanische, britische, italienische und amerikanische Konzerne. Er trägt einen Namen, der für französische Exzellenz und Savoir-Faire steht, für Design „à la française“. Sein spielerischer Stil sprüht nur so vor Extravaganz und lässt sich in vier Initialen zusammenfassen, die in Frankreich jeder kennt: JCDC. Einblicke in das Schaffen eines Modemachers, für den der Humor unerlässlich ist - in der Mode wie im Leben.

Wiederholung

11.01., 01:40-02:30 Uhr