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Kaschmir: Die kostbarste Wolle der Welt

vom 19.09.2013

Eins festival, 19.09., 17.00-17.45 Uhr

Kaschmir trägt man nicht nur, man spürt es auch. Die feine Wolle ist weich, warm sowie federleicht - ein edles Garn zur Fertigung hochwertiger Kleidungsstücke. Kaschmirwolle stammt von Ziegen aus den Steppen der Inneren Mongolei. Die Filmemacherinnen haben Ziegenhirten besucht sowie das Heer der Arbeiterinnen in der Kaschmirindustrie der nordchinesischen Stadt Yinchuan und in Shanghai. Dort wird das rohe, verschmutzte Ziegenhaar in einen schneeweißen watteartigen Flausch verwandelt, anschließend gefärbt und in einem aufwendigen Prozess zu feinen Garnen versponnen. Auch die begehrten Strickwaren werden nach Schnittvorgaben europäischer Designer größtenteils in chinesischen Strickereien hergestellt.
Weltweit werden pro Jahr rund 20.000 Tonnen Kaschmirwolle produziert - fast 80 Prozent davon in der Inneren Mongolei. Hier droht mittlerweile die zunehmende Versteppung des Graslands, denn die Ziegen rupfen das Gras mit der Wurzel aus. Um die schlimmsten Schäden einzudämmen, wurde für bestimmte Gebiete inzwischen ein Weideverbot erlassen. Die neuen Gesetze zwingen viele Züchter von Kaschmirziegen, ihre Höfe aufzugeben und ihre Heimat zu verlassen.
Eine ganz andere Welt ist die Düsseldorfer Modemesse. Hier präsentieren europäische Top-Designer ihre luxuriösen Kaschmirkollektionen. Die Modemacherin Iris von Arnim gewährt den Zuschauern einen Blick auf ihre exklusiven Kreationen und erklärt Schnitttechniken, Qualitätskriterien und Trends der Kaschmirmode.
Doch Kaschmir ist inzwischen auch ein Massenprodukt. In Kaufhäusern werden Pullover zu Schnäppchenpreisen angeboten. Sie bestehen allerdings nicht immer aus 100 Prozent Kaschmirwolle. Rund ein Drittel der Kaschmirprodukte wird falsch deklariert und teilweise mit Yak-oder Schafswolle gestreckt. Ein Ergebnis der steigenden Nachfrage nach dem feinen und extrem weichen Kaschmir - der kostbarsten Wolle der Welt.