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Kleider machen Deutsche: Von den 68ern zum Mauerfall (Folge 2)

vom 09.11.2014

SWR, 09.11., 11:15-12:00 Uhr

Kleidung im Spiegel der Zeiten: Die zweiteilige Dokumentation unternimmt eine Zeitreise vom Nachkriegsdeutschland bis zum Mauerfall. Jacke wie Hose ist es nicht, was man anzieht, denn Kleider machen Leute, so das Sprichwort. "An der Farbe lässt sich die Sinnesweise, am Schnitt die Lebensweise der Menschen erkennen", schrieb Goethe.

Die Frau im kurzen Rock - Schlampe oder modische Trendsetterin? Der Mann mit den langen Haaren und Jeans - Freigeist oder Gammler? So wie das Outfit eine Persönlichkeit charakterisiert, so spiegeln die Kleidungskonventionen die Gesellschaft. Eine bunte Wanderung durch die Jahrzehnte.

"Kleider machen Deutsche" erzählt Geschichten aus dem Alltag der Menschen und verknüpft sie mit den Ereignissen deutscher Geschichte und der gesellschaftlichen Entwicklung. Deutsche aus Ost und West öffnen Schränke und alte Koffer und zeigen uns ihre Schätze. Der Film erinnert daran, wie Trümmerfrauen zu Stil-Ikonen wurden, und zeigt eine der wenigen Privatboutique-Besitzerinnen der DDR sowie einstige "Popper", "Hippies" und "Punker", denen so mancher Schlipsträger am liebsten die Hosen stramm gezogen hätte. Seppelhosen, Nyltest-Hemden und der Amtseid in Turnschuhen, schwingende Petticoats, Dederon-Kittelschürzen und brennende Büstenhalter sind noch einmal zu sehen.

Auch Prominente wie Gerit Kling, Manfred Sexauer, Vera Int-Veen, Jens Riewa, Christoph M. Ohrt, Maren Kroymann, Gloria von Thurn und Taxis und Grit Boettcher erzählen von von Kleidung als Symbol der Anpassung oder Auflehnung und von Modetorheiten, die einst todschick waren.

Jenseits der Mauer ist Mode stets ein Politikum. Die DDR-Führung ringt jahrzehntelang um sozialistisch angemessene und zugleich bezahlbare Kleidung und kann doch nicht verhindern, dass die Mode vom Klassenfeind, geliefert via Westpaket, zum heiß begehrten Statussymbol wird. Gleichzeitig bleiben im Osten traditionelle Regeln hinsichtlich "korrekter" Kleidung viel länger erhalten: Während die 68er im Westen "alte Zöpfe abschneiden", zieht sich der Osten den Schuh nicht an und trägt weiterhin Kostüm und Anzug.

Archivausschnitte machen vergangene Zeiten lebendig, mit ihren speziellen Problemen und Lösungen: das Pfennigabsatzverbot, das im Wirtschaftswunderdeutschland das Parkett schützen sollte. Die Ratschläge des ADAC für Maxirock-Trägerinnen am Steuer. Die Reportage über den ersten Bundeswehrsoldaten, der seine langen Haare nicht abschneiden muss und fortan mit Haarnetz dient. Der Bericht aus dem volkseigenen Betrieb, wo Bison-Nietenhosen den westlichen Jeans Paroli bieten sollen. "Kleider machen Deutsche" bietet mit einem Blick in unsere Kleiderschränke Einblicke in unsere Alltagsgeschichte.