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Mit seidenem Faden - Die Textillegende Gütermann

vom 01.11.2013

SWR, 01.11., 18.05-18.45 Uhr

Ihre Fäden kommen dort zum Einsatz, wo es richtig teuer wird: in Brioni-Anzügen, Prada-Täschchen oder Armani-Hemden. Die führenden Mode-Labels verlassen sich auf die Qualität der Schwarzwälder Firma „Gütermann“. Auch in der Industrie setzt man auf die Reißfestigkeit der „Gütermann“-Fäden: bei der Konstruktion der Tragflächen des A380, bei Feuerwehranzügen, schusssicheren Westen, Formel-1-Rennanzügen oder Airbags.

Vor fast 150 Jahren zog es den Gründer Max Gütermann aus Wien wegen des weichen Wassers in das abgelegene Tal der Elz. Dort, in Gutach, gründete er die Nähseiden-Firma „Gütermann“. Die „Gütermann“-Patrone bauten mondäne Villen, Arbeitersiedlungen, einen Golfplatz und das erste Freibad des Tals. Es entstanden Schulen, Kindergärten und ein Krankenhaus. Die firmeneigenen Kraftwerke versorgten die Menschen mit Strom und der Gutshof lieferte alle Lebensmittel, die man brauchte. Doch 2008 geriet „Gütermann“ in die Finanzkrise. Es drohte der Bankrott. Da entschloss sich der Gütermann-Aufsichtsrat zu einem schmerzhaften Schritt: Er verkaufte alle Ländereien und die firmeneigenen Villen, in denen die Nachkommen von Max Gütermann lebten. Am Ende war von dem einstigen Vermögen kaum noch etwas übrig, aber die Firma überlebte und heute drehen sich die Spulen bei „Gütermann“ wieder mit Erfolg.