Handelskongress
MiCam
Primetime Shoes
Premiere Vision Paris
Outdoorschuhe aus terracare-Leder
Leder Made in Germany

Mode in Bangladesch - Bibi Russell

vom 27.10.2013

hr, 27.10., 11.35-12.00 Uhr

Ihr Markenzeichen sind noble Materialien, made in Bangladesh. Ihr Look reicht von klassisch europäisch bis experimentell südasiatisch. Bibi Russell lebt und arbeitet in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch - eine Megacity, ein Moloch mit 15 Millionen Menschen. Immer mehr ziehen vom Land in die Stadt, auf der Suche nach Arbeit, vor allem in der Textilindustrie.

Schließlich lässt die ganze Welt hier billig Kleidung produzieren, aus Stoffen, die aus Indien oder China nach Bangladesch gebracht werden. Bibi Russell suchte einen anderen Weg, weil sie wusste, dass ihre Landsleute zu mehr in der Lage sind, als Billigkleider zusammenzunähen. Bibi Russells Kollektion stammt zu hundert Prozent aus Bangladesch, einem Entwicklungsland. 1996 gründete sie in Dhaka die Firma "Bibi Productions". Dort entstand dann ihre erste Kollektion, die sie unter der Schirmherrschaft der Unesco 1996 in Paris präsentierte: eine Explosion von Farben mitten im grau-schwarzen Minimalismus jener Jahre. Die Unesco honorierte ihr Engagement und ernannte sie zu ihrer Botschafterin. Als Bibi Russell 1998 eingeladen wurde, um die Fashion Week in London mit ihrer Kollektion zu eröffnen, schien der Durchbruch auf den internationalen Markt geschafft. Sie hat ihren Traum verwirklicht, handgewebte Stoffe aus Bangladesch zu einem gefragten Exportartikel zu machen und so Tausenden in ihrer Heimat Arbeit und Einkommen zu verschaffen.

Was heute von den bengalischen Handwebern produziert wird, ist auch für europäische Designs geeignet. Sie verkauft ihre Stoffe und die eigenen Kollektionen selbstverständlich in Südasien, aber auch in England, Spanien und Frankreich. Als Modedesignerin ist Bibi Russell heute eine der wichtigsten Devisenbringerinnen des Landes. Seit zehn Jahren lässt sie ihre Kollektion komplett in Bangladesch fertigen und hat damit in einem der ärmsten Länder der Welt Arbeitsplätze geschaffen.

Die Filmautorin Stefanie Appel hat diese einzigartige Modemacherin in ihrer Heimat Bangladesch besucht und ihr bei der Arbeit im Atelier und in Handwebereien über die Schulter geschaut.