Teure Tücher - Meterware aus der Oberlausitz

vom 03.04.2018

MDR, 03.04., 20:45-21:15 Uhr

Modemacher René König zaubert aus luxuriösen Damast-Stoffen exklusive Hemden. Der Chemnitzer kauft sie ausschließlich im Oberlausitzer Großschönau ein. "Dieser Ort hat Tradition und die Stoffe sind perfekt für meine Produktionen." Die sächsische Oberlausitz ist berühmt für ihre edlen und kostspieligen Stoffe.

Schon vor 400 Jahren produzierten die Weber den ersten deutschen Damast, dessen Herstellung August der Starke später zum Staatsgeheimnis erklären ließ. Zu DDR-Zeiten kamen von hier feine Leinenstoffe und Jacquards. Erich Honecker ließ in Großschönau seine Jagddecken weben. Mit rund 15.000 Beschäftigten war der VEB Lautex der größte Textilproduzent in der DDR. Auch für Frottierwaren war dieser südöstlichste Zipfel der Republik bekannt. Weniger bekannt dürfte sein, dass die Erfindung dieses Materials auf einem Webfehler beruht, bei dem Schlaufen entstanden waren.

Noch heute arbeiten hunderte Weber in der Oberlausitz, in 80 Unternehmen. Dirk Ladenberger lässt bei Damino hochwertigen Damast für Designer, Hotels, Fluggesellschaften und die traditionellen Gewänder afrikanischer Kunden weben. Christian Criegee stellt in seiner Manufaktur als Einziger in Europa Cord her. Und Familie Tröger setzt auf Handgewebtes aus ihrem Umgebindehaus. Dass sogar bei der Produktion von Rettungsbooten und Ölbarrieren für die Weltmeere technische Textilien aus der Oberlausitz zum Einsatz kommen, erzählt die MDR-Dokumentation "Teure Tücher".

Wiederholung

04.04., 03:05-03:35 Uhr