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Unsere Tracht und die Macht: Tracht als Politikum

vom 15.01.2015

BR, 15.01., 20:15-21:00 Uhr

Folge 2

Die Erfindung von Dirndl und Lederhosen Die Reise durch 200 Jahre bayerischer Geschichte schildert, wie Kleidungsstücke zu Symbolen kultureller Identität werden und diese prägen.

Filmautorin Katarina Schickling folgt in der zweiteiligen Dokumentation "Unsere Tracht und die Macht" der bayerischen Tracht auf ihrem Weg durch die Zeit, spürt dem Gründer des ersten Trachtenvereins nach, zeigt, was unsere Vorfahren tatsächlich trugen und erzählt, wie die Tracht im 21. Jahrhundert schließlich wieder zu dem wird, was sie ursprünglich war: eine kleidsame Mode.

In der zweiteiligen Dokumentation räumt Katarina Schickling mit zahlreichen Klischees und Irrtümern auf: So war die Lederhose nie Arbeitskleidung der breiten Masse, sondern das exklusive, teure Kleidungsstück herrschaftlicher Jäger. Das Dirndl ist eine Entwicklung des späten 19. Jahrhunderts, ein modisches Sommerkleid für die Städterin in der Sommerfrische, das nur sehr vage an das Kleid der Bäuerin angelehnt ist.

Frühe Filmaufnahmen vom Münchner Oktoberfest zeigen, wie unsere Vorfahren auf die Wiesn gingen: im Sonntagskleid und dunklem Anzug. Immer wieder wird die Tracht im Laufe der Zeit instrumentalisiert: von den Bürgerwehren der frühen 20er-Jahre, die mit Gamsbart und Lederhose gegen Kommunisten ziehen, von Monarchisten, die in Weimarer Zeiten der bayerischen Eigenstaatlichkeit nachtrauern, von Nationalsozialisten, die das Gewand der Bauern für ihre Blut- und Boden-Ideologie missbrauchen und von Nachkriegspolitikern, die sich mit Janker und Dirndl ein volkstümliches Image verschaffen wollen. Gleichzeitig wird die Tracht zum wichtigen Wirtschaftsfaktor: für den Fremdenverkehr und für einheimische Schneider und Säckler.

Wiederholung

16.01., 01:30-02:15 Uhr