Von Aal- bis Ziegenleder

vom 18.07.2018

Ausstellung im Ledermuseum: Das ist Leder! Vielseitig und wandelbar

Nach der Ausstellung Linking Leather im vergangenen Jahr setzt das Deutsche Ledermuseum die Auseinandersetzung mit dem Material Leder fort. Mit „Das ist Leder! Vielseitig und wandelbar“ präsentiert das DLM ab dem 22. September einen innovativen, multimedialen Projektraum, der umfassenden Einblick in den jahrtausendealten Werkstoff gibt und erstmals die Grundlagen von Leder in Dialog mit der herausragenden Sammlung zeigt.

Ausgewählte Objekte werden dabei mit ihrer besonderen Lederart und in ihrer individuellen Gestaltung in Form eines „Lederalphabets“ vorgestellt – von A wie Aalleder bis Z wie Ziegenleder. Dabei verfügt jedes Exponat über eine eigene Fühlstation mit der jeweils verarbeiteten Lederart, seien es verzierte Beutel der Inuit aus Seehunddarm, ein ausgefallenes Brillenetui aus Elefantenleder, feine Börsen aus Rochenhaut oder handgearbeitete Schuhe aus Fisch- oder Pythonleder. Durch die Auswahl der Objekte aus unterschiedlichsten Zeiten, Kulturen und Anwendungsbereichen wird so die Vielfalt an Lederarten und Gestaltungsweisen für jeden anschaulich erfahrbar.

Darüber hinaus laden verschiedene Medienstationen zum Mitmachen und Entdecken ein: Was ist Leder? Wie wird Leder hergestellt? Wie unterscheiden sich einzelne Lederarten voneinander? Welche wichtigen Zurichtungs- und Verzierungstechniken gibt es? Welche Rolle spielen heute Umwelt und Nachhaltigkeit? Was bedeutet Artenschutz? Unter Verwendung von sensorischen Taststationen werden auf diese Weise über 60 verschiedene Leder- und Zurichtungsarten vorgestellt, seien es gängige Rind- und Ziegenleder, Nubuk- und Veloursleder, aber auch Krokodil-, Straußen- und Haifischhaut. Anfassen erlaubt!

Im Auftrag des DLM gedrehte Kurzfilme zeigen die Herstellung von Kleinlederwaren und Handtaschen in ausgewählten lederverarbeitenden Betrieben in Stadt und Kreis Offenbach, etwa bei Hammann – Feine Lederwaren, Picard Lederwaren, Kreis Ledermanufaktur oder Tsatsas in Frankfurt. In Kurzporträts sprechen Feintäschner, Designer und Produzenten über Handwerk und Tradition, verschiedene Fertigungsprozesse sowie die Rolle von Mode und Trends. Auf diese Weise trägt das Deutsche Ledermuseum dazu bei, einen wichtigen Teil der Offenbacher Industrie- und Stadtgeschichte wie auch der Region lebendig zu halten. Die Filme werden als Rauminstallation im Hugo-Eberhardt-Saal als Teil der Ausstellung gezeigt.