„Partnerschaft neu denken“

vom 08.12.2015

ANWR Group befragte Mitglieder zu den Anforderungen des Handels

Welche Anforderungen der selbstständige Schuhhandel an Einkaufs-, Logistik- und E-Commerce-Prozesse hat, hat die ANWR Group bei einer Umfrage ihrer Mitglieder eruiert. Demnach wünschen sich 83 Prozent der rund 250 befragten Unternehmen ein Warenangebot, das für den Endkunden nicht über andere Kanäle als den Fachhandel zu beziehen ist und diesem damit Exklusivität garantiert. Für 73 Prozent der Unternehmen ist ein Zugang zu neuen Marken sehr wichtig.

Die permanente Nachbelieferung der Fläche vor allem mit Standardartikeln ist für 57 Prozent wesentlich. 54 Prozent beurteilen Nachorderempfehlungen, die auf einer Analyse der Vororder basieren, als wichtig. Die permanente Analyse von Abverkaufsdaten hilft demnach, mit einer Nachorder schnell auf Trends reagieren zu können. 46 Prozent begrüßen den Zugriff auf Waren anderer Händler als „virtuelle Ladentheke“.

Bei der Logistik können sich 58 Prozent vorstellen, auf eine zentrale Nachversorgung der einzelnen Filialen zu setzen. Einen standardisierten, zentralen Reklamationsprozess halten 66 Prozent für wichtig, 74 Prozent wünschen, dass nur qualitätsgesicherte Ware in die Geschäfte kommt. 61 Prozent möchten keine Preisauszeichnungen mehr vornehmen. Eine Warensicherung – heute nur von 10 Prozent vorgenommen – halten 44 Prozent für wichtig.

80 Prozent fänden es interessant, ein Verwertungsangebot für nicht verkaufte Saisonware zu erhalten. 72 Prozent bewerten den Einzelpaarversand an den Endkunden als Erfolgsfaktor, 66 Prozent wünschen sich eine zentrale Retourenbearbeitung für Online-Verkäufe. Auch nach der Warenfinanzierung war gefragt worden: 57 Prozent nutzen dazu auch die Hausbank über Betriebsmittelkredite mit einem in Teilen hohen, teilweise zweistelligen Zinssatz.

Schritte zur Umsetzung von RetailLogistics

Die ANWR Group will die Erkenntnisse aus der Umfrage bei der Umsetzung des Konzepts RetailLogistics nutzen. Für den Vorstandsvorsitzenden Günter Althaus ergeben sich aus dem Umfrageergebnis viele Handlungsoptionen: „Partnerschaft neu denken, zusammenarbeiten und miteinander teilen“ ist eine solche, wenn es beispielsweise um die Übertragung von Einkaufsentscheidungen an die Verbundgruppe oder auch um das Bereitstellen von Daten geht. „RetailLogistics ist im Kern kein großes zentrales Warenlager, sondern die Summe zahlreicher Leistungsbausteine im Wertschöpfungsprozess für unsere Händler“, fasst Althaus die Überlegungen seines Unternehmens zusammen.

Die ANWR Group wird die nächsten Schritte zur Umsetzung von RetailLogistics unter der Verantwortung von Vorstandsmitglied Fritz Terbuyken und der Projektleitung von Harald Krug in den nächsten Monaten konkret ausarbeiten. Dazu gehören die Formulierung des Leistungsangebots und die Ausarbeitung eines Preis- und Vertragsmodells, die Auswahl von Logistikpartnern sowie die Einholung von Teilnahmeerklärungen. Bereits jetzt werden Prozesse und Technologie zur optimalen Warensteuerung im neuen Logistikcenter der zur ANWR Group gehörenden Mücke-Gruppe in Scheßlitz weiter getestet.