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2014 leichtes Plus im Schuhhandel

vom 22.01.2015

BDSE lässt Schuhjahr Revue passieren: Frühjahr Top, Winter Flop

Der Schuhfachhandel in Deutschland hat das Jahr 2014 mit einem kleinen Umsatzplus von nominal einem Prozent abgeschlossen. Dies sei dem erfreulichen Frühjahrsgeschäft und zu guter Letzt dem starken Dezemberumsatz zu verdanken, da in der zweiten Monatshälfte vor allem in Süddeutschland Kälte, Schnee und eine gute Frequenz zwischen Weihnachten und Neujahr die Kassen zum Jahresausklang noch einmal klingeln ließen, teilte Prof. Dr. Siegfried Jacobs, Geschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Schuheinzelhandels (BDSE) in Düsseldorf mit. Zu diesem Zeitpunkt allerdings seien die Verkaufspreise bereits kräftig reduziert gewesen. Das erste Halbjahr sei mit einem Umsatzplus von rund 6 Prozent äußerst positiv verlaufen.

Die Witterungsverhältnisse in der Frühjahr/Sommer-Saison hätten gepasst, vor allem im ersten Quartal. Die folgenden Sommermonate seien dann recht durchwachsen gewesen, der August allerdings noch einmal passable Abverkäufe gebracht. Das komfortable Umsatzplus schmolz ab September jedoch zusehends dahin, Herbst und Winter waren viel zu warm. Die Kunden hätten zu wenig Bedarf an Winterschuhen gehabt, auch die modischen Impulse vermochten diese Lücke nicht zu schließen. Das gesamte Modebild habe keine gravierenden Veränderungen gebracht, so dass viele Spontankäufe unterblieben seien.

So wären Langschaftstiefel im breiten Markt nur schwer zu verkaufen gewesen. „Und die modischen Innovationen bei Stiefeletten motivierten nicht alle Kundinnen zum Neukauf“, so Jacobs. Kurze Schnürer hingegen hätten sich nach wie vor gut verkauft. Auch Chelsea-Boots seien positiv angekommen, kleideten aber nicht jeden Damenfuß. Gesucht waren witterungsbedingt wieder alle Halbschuhvarianten, die der Handel allerdings nicht ausreichend in seinen Sortimenten vorgehalten habe.

Was die Farben angeht, so blieb Schwarz – als die propagierte Modefarbe der letzten Saison – hinter den Erwartungen zurück. Vergleichsweise oft griffen die Kundinnen dagegen zu dunkelblauen und weinroten Schuhen, gut liefen auch alle Grautöne.

Gefütterte Schuhe waren bei den lauen Temperaturen dieses Winters nur schwer zu verkaufen. Sobald es aber einmal kalt wurde, liefen fast ausnahmslos Warmfutterschuhe. Auch hier zeigt sich wieder, dass – zumindest im Mainstream-Segment – das Wetter einen erheblichen Einfluss auf das Kaufverhalten bei Schuhen hat.

Individuelle Präferenzen der Kundinnen zeigten sich bei den Absatzhöhen: Flache und hohe Absätze haben ihre Klientel, sind im breiten Markt aber nur begrenzt an die Frau zu bringen. Erneut waren mittlere Absatzhöhen zu schwach in den Sortimenten des Handels vertreten.

Herausforderungen für den Einkauf

Auch der Januar des laufenden Jahres war bislang überwiegend viel zu warm. Das ersehnte Winterwetter, das für die Lagerräumung wichtig gewesen wäre, blieb weitgehend aus. Angesichts der insgesamt sehr schwierigen und enttäuschenden Herbst-/Winter-Saison dürfte der Einzelhandel vorsichtig in diese Orderrunde hineingehen, vermutet Jacobs. Zum einen werde der Restlagerbestand an warmen Winterschuhen höher als in den Vorjahren sein, zum anderen stünden schwierige modische Fragen an, auf die in den nächsten Tagen und Wochen die Einkäufer eine Antwort finden müssten.

Die Umsatzentwicklung des zweiten Halbjahres nach Monaten:

1. Halbjahr

+ 6 %

Juli                   

- 3 %

August            

+ 7 %

September     

- 10 %

Oktober           

- 4 %

November        

- 8 %

Dezember       

+ 7 %

Gesamtjahr     

+ 1 %