Adidas lockert Online-Verbot

vom 02.07.2014

Sportartikelkonzern beugt sich dem Druck des Bundeskartellamts

Der Sportartikelkonzern Adidas hat sich dem Druck des Bundeskartellamts gebeugt und seine Beschränkungen für Online-Händler gelockert. Künftig dürfen Schuhe, Kleidung und Sportgeräte von Adidas dürfen unter bestimmten Bedingungen wieder auf sogenannten offenen Marktplätzen verkauft werden. Die Produkte mit den drei Streifen dürfen aber nur dann verkauft werden, "falls diese unsere qualitativen Kriterien für die Markenpräsentation erfüllen", teilte der Konzern mit.

Adidas hatte seinen Händlern den Verkauf auf Online-Plattformen wie eBay oder Amazon vor anderthalb Jahren verboten. „Unser Ziel war und ist es, die Darstellung unserer Marken über alle Vertriebskanäle hinweg in optimaler Weise sicherzustellen und so Konsumenten ein positives Markenerlebnis zu ermöglichen", begründet Adidas das Verbot. Wegen des Preiskampfes vor allem auf offenen Online-Marktplätzen befürchten viele Hersteller als Billigmarke in Verruf zu kommen. Viele Ladenbesitzer beklagen, dass sich Kunden bei ihnen beraten lassen und die Ware dann beim Billiganbieter im Netz bestellen.

Das Bundeskartellamt hatte deswegen Ermittlungen wegen einer möglichen Behinderung des Wettbewerbs eingeleitet. Diese Untersuchung stehe „unmittelbar vor dem Abschluss“, sagte ein Sprecher. Auch gegen andere Hersteller wie Asics wird ermittelt. Der Bundesverband Onlinehandel begrüßte die Entscheidung. Er erhoffe sich Signalwirkung auch auf andere Konzerne, sagte Verbandspräsident Oliver Prothmann der Nachrichtenagentur Reuters.