Alois Beck: Nur „prozess-sichere“ Schuhe

vom 28.02.2017

Schuhlieferant reagiert auf einstweilige Verfügung durch Rohde

Die Alois Beck GmbH hat in einem Schreiben an ihre Kunden mitgeteilt, aufgrund von Rechtsstreitigkeiten mit der Erich Rohde GmbH „die Beck-Prototypen aus Gründen der Vorsicht durch Beck-Serienmodelle“ ausgetauscht zu haben. „Wir bringen nur „prozess-sichere“ Schuhe in der gewohnten Qualität in den Handel“, schreibt das Unternehmen.

Die Produktion der Beck-Serienmodelle laufe auf vollen Touren. Diese sei nicht betroffen, da Schutzrechte nicht existierten und das Gericht auch eine sogenannte wettbewerbliche Eigenart nicht erkennen konnte. Die ersten Chargen befänden sich bereits in Auslieferung.

Beck rechnet damit, bis zum Ende des Jahres die gewohnte NOS-Lieferfähigkeit der Basic-Artikel erreicht zu haben. „Die im Handel kursierenden Gerüchte - Beck dürfe nicht produzieren - Beck werde in Millionenhöhe verklagt - entbehren jeder Grundlage“, heißt es in dem Schreiben.

 

Drei Fragen an Alois Beck-Geschäftsführer Rainer Bendeich

 

Was sagen Sie zu der einstweiligen Verfügung gegen Beck?

Rainer Bendeich: Von der einstweiligen Verfügung erfasst sind allenfalls die ersten Prototypen. Bei den Serienmodellen handelt es sich um Beck-Schuhe mit Beck-Equipment. Hierüber herrscht nach dem Urteil Klarheit: Wir dürfen liefern. Ganz einfach. Der Handel will Schuhe - unser Angebot steht.

Gibt es Schutzrechte auf die Rohde-Schuhe?

Rainer Bendeich: Das Gericht hat ganz klar zu verstehen gegeben, dass die Rohde-Schuhe keine wettbewerbsrechtliche Eigenart aufweisen und keine Schutzrechte existieren. Deshalb wurden weitere Anträge von Rohde zurückgewiesen. Es handelt sich hauptsächlich um klassische Weißware, die man genauso wenig schützen kann wie einen Oxforder oder Budapester. Es gibt, und dafür bin ich dem Marburger Gericht dankbar, kein Schuh-Monopol für Rohde.

Wie geht es weiter?

Rainer Bendeich: Wir werden unseren Weg gehen. Wir werden produzieren und liefern. Die ersten Schuhe sind bereits in der Auslieferung, viel früher als versprochen. Die Beck-Serienproduktion ist ohne rechtliche Beanstandung. Wir rechnen damit, dass wir eine NOS-Lieferfähigkeit, wie der Handel es von Beck gewohnt ist, bis Ende des Jahres aufgebaut haben. Die Grundlage für die weitere Entwicklung sind die Produktionskompetenzen und -kapazitäten, über die Floare und Beck verfügen. Hierauf werden wir aufbauen.