Bangladesch: Erneut Tote bei Feuer in Textilfabrik

vom 09.10.2013

Unzureichende Sicherheitsvorkehrungen und bauliche Mängel führen häufig zu Unglücken.

Bei einem Brand in einer Textilfabrik in der Nähe von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern ist nach Angaben eines Feuerwehrsprechers auch der Geschäftsführer des Unternehmens. Ausgebrochen war das Feuer in einem Industriegebiet 40 Kilometer nördlich von Dhaka. Die Brandursache ist bislang noch unklar; erst nach zehn Stunden konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. Fabrikdirektor Emdad Hossain sagte, bei Ausbruch des Brandes am Dienstag seien 170 Arbeiter in dem Gebäude gewesen. Die meisten hätten fliehen können.

In Textilfabriken in Bangladesch hatte es in den zurückliegenden Monaten immer wieder verheerende Unglücke gegeben. Im April war ein Fabrikgebäude in der Nähe von Dhaka eingestürzt, dabei starben mehr als 1100 Menschen, fast 2500 wurden verletzt. Im November kamen mehr als 100 bei einem Brand ums Leben. Unglücksursache sind häufig unzureichende Sicherheitsvorkehrungen und bauliche Mängel. Immer wieder haben Unternehmen und örtliche Behörden deshalb versprochen, die Sicherheitsstandards zu verbessern - zuletzt nach dem Einsturz des Fabrikgebäudes im April.

Bangladesch ist nach China der zweitgrößte Produzent von Textilien weltweit. Seine rund 4500 Fabriken produzieren rund 80 Prozent aller Exporte des Landes. Deren Wert beläuft sich auf rund 20 Milliarden Euro pro Jahr.