Birkenstock führt mitbestimmten Aufsichtsrat ein

vom 19.04.2018

Mitwirkungsrechte für Beschäftigte an den drei Standorten in Rheinland-Pfalz

Die Birkenstock Productions Rheinland-Pfalz GmbH führt einen mitbestimmten Aufsichtsrat ein. Damit sind erstmals in der Geschichte von Deutschlands größtem Schuhhersteller gewählte Arbeitnehmervertreter an wichtigen unternehmerischen Entscheidungen beteiligt. Dem vorausgegangen waren mehrere Firmenverschmelzungen, in deren Folge die im Drittelbeteiligungsgesetz festgeschriebene Schwelle von 500 Mitarbeitern überschritten wurde. Die Birkenstock Productions Rheinland-Pfalz GmbH zählt an den Standorten St. Katharinen, Vettelschoß und Neustadt (Wied) aktuell rund 600 Beschäftigte. Diese wählten am Mittwoch die beiden Arbeitnehmervertreter des neu geschaffenen Gremiums.

„Mit der Einrichtung eines Aufsichtsrats in der Birkenstock Productions Rheinland-Pfalz GmbH kehrt ein weiteres Stück Normalität bei uns ein“, sagt Oliver Reichert, CEO der Birkenstock Group. „Seit der Übernahme der Geschäftsführung im Januar 2013 wussten wir, dass die Einführung eines mitbestimmten Aufsichtsrats an den Standorten in Rheinland-Pfalz auf uns zukommt, wenn wir die aus unternehmerischer Sicht gebotene gesellschaftsrechtliche Transformation so durchführen, wie wir sie geplant hatten.“ Der Birkenstock-CEO trat zugleich Behauptungen entgegen, die Geschäftsführung habe in der Zeit nach 2012 versucht, die Beschäftigten an der Ausübung ihrer gesetzlich verbrieften Mitbestimmungsrechte zu hindern.

„Wenn wir die Einführung eines mitbestimmten Aufsichtsrats bei unserer Produktionstochter in Rheinland-Pfalz ernsthaft hätten verhindern wollen, hätten wir einfach zwei oder drei Verschmelzungen nicht gemacht, und dann wären wir unterhalb der 500-Mitarbeiter-Schwelle geblieben“, so Reichert. „Alle Behauptungen, Birkenstock versuche heute die Mitbestimmungsrechte von Arbeitnehmern zu beschneiden, sind deshalb abwegig.“ So gebe es in den Betrieben St. Katharinen, Uerzell und Vettelschoß Betriebsräte, im Werk Bernstadt laufen die Vorbereitungen für die konstituierende Wahl eines neuen Betriebsrats.

Der neue Aufsichtsrat besteht aus sechs Mitgliedern, wobei zwei von den Arbeitnehmern gewählt und vier von den Anteilseignern bestimmt wurden. Vertreter der Anteilseigner sind Sean Harris, Dr. Carsten Jungmann, Dr. Nils Häck und Klaus Noll. Die Arbeitnehmer entsenden Michaela Falk-Wagner und Claudia Wings in das Kontrollgremium.

Wechsel an der Spitze der Birkenstock Productions Rheinland-Pfalz GmbH

Die Einführung des Aufsichtsrats in der Birkenstock Productions Rheinland-Pfalz GmbH hat auch Auswirkungen auf die Geschäftsführung der Gesellschaft. So wechselt der bisherige Geschäftsführer, Sean Harris, in das neu geschaffene Aufsichtsgremium. Neben seiner neuen Rolle als Mitglied des Aufsichtsrats trägt er als CTO der Birkenstock Group aber auch in Zukunft die Gesamtverantwortung für die Produktionssparte des Unternehmens. Die operative Geschäftsführung der Birkenstock Productions Rheinland-Pfalz GmbH hingegen hat er an Marcus Börger abgegeben. Der bisherige Leiter des Werks St. Katharinen gehört dem Unternehmen seit zwei Jahren an. Börger war zuvor in der Geschäftsführung von Werken der Automobilzuliefererindustrie tätig.