Bread & Butter Berlin will Messe für Endverbraucher öffnen

vom 04.12.2013

Karl-Heinz Müller: „In Berlin hat ein ruinöser Wettbewerb begonnen“

Kehrtwende bei der Berliner Bread & Butter: Die bislang für ihre strengen Einlassbedingungen bekannte Streetwear-Messe will ab Sommer 2014 auch Endverbrauchern den Zugang zur Messe auf dem Tempelhof-Gelände ermöglichen. Damit reagiert Messe-Chef Karl-Heinz Müller auf den seiner Meinung nach ruinösen Wettbewerb der zahlreichen Berliner Messen. In einer Pressemitteilung findet Müller deutliche Worte: „Seit unserer Rückkehr hat sich eine regelrechte Goldgräberstimmung hier in Berlin breit gemacht. Es sind viele neue Messen und kleinere Veranstaltungen entstanden. Letztlich hat auch die IGEDO, die ehemals große Düsseldorfer Leitmesse, die Notwendigkeit gesehen, hier in Berlin zu veranstalten. Damit ist auch das textile Establishment in Berlin angekommen. Dieser Entwicklung stehe ich sehr kritisch gegenüber.“ Müller weiter: „Obwohl ich mich nach wie vor und mehr denn je zu Berlin bekenne, sehe ich die Gefahr, dass Berlin beliebig wird. Es ist ja nunmal sehr einfach, irgendwo eine Halle zu mieten und eine neue ‚Messe‘ zu machen. Die großen Messen, allen voran die Bread & Butter, sorgen ja schon dafür, dass die Fachbesucher kommen. Dabei fischt jeder im gleichen Teich. Kaum jemand hat ein klares Profil. Jeder spricht jeden an.“ Aus diesem Grund und der Tatsache, dass man sich mitten in einem umfassenden Strukturwandel befinde, habe man sich entschlossen, den wichtigsten Marktteilnehmer am Ende der Kette mit einzubeziehen, nämlich den Endverbraucher. „Wir wissen sehr genau, dass das keine leichte Aufgabe sein wird. Wir rechnen mit starkem Gegenwind wie damals, als wir von Köln nach Berlin gezogen sind. Nach vielen Gesprächen in den letzten Wochen und Monaten ist der Gedanke mehr und mehr gereift, dass die Zeit gekommen ist, in der wir etwas verändern müssen und das nicht nur im eigenen Interesse, sondern auch im Interesse der gesamten Branche. Die Bread & Butter wird sich ab Juli 2014 neu aufstellen“, so Müller abschließend. Den gesamten Brief von Karl-Heinz Müller lesen Sie in SHOEZ 1/2014.