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Internet auch im Schuhhandel auf dem Vormarsch

vom 01.04.2013

Der deutsche Schuheinzelhandel setzt zunehmend auf das Internet: nahezu jeder fünfte stationäre Fachhändler bietet sein Angebot inzwischen auch online an.

Der deutsche Schuheinzelhandel setzt zunehmend auf das Internet. Nahezu jeder fünfte stationäre Fachhändler biete sein Angebot inzwischen auch online an, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbands BDSE, Siegfried Jacobs, in Düsseldorf zum Start der Internationalen Schuhmesse GDS.

Rund zehn Prozent des Jahresumsatzes mit Schuhen in Höhe von zuletzt 11,5 Milliarden Euro setzte der Einzelhandel 2012 mit Internet-Verkäufen um, das entsprach gut 1,2 Milliarden Euro. Doch die branchenübergreifend wachsende Bedeutung der Bestellungen per Mausklick sei auch Grund zur Sorge, warnte Jacobs. Wenn immer mehr von zu Hause aus eingekauft werde, strömten weniger Menschen in die Innenstädte: „Der Vormarsch der Internet-Gesellschaft belastet insgesamt die Einzelhandelsgeschäfte.“

Außerdem ist der Verkauf von Schuhen im Internet nach den Worten von Jacobs bislang kein durchgängiges Erfolgsmodell: „Die Intensität des Wettbewerbs ist enorm. Bisher gelang es nur wenigen Anbietern, daraus ein rentables Geschäftsmodell zu machen.“ Hindernisse seien vor allem die erheblichen laufenden Investitionen in Software und Logistik sowie hohe Werbeausgaben bei zugleich hohen Retourenquoten.

Der Internetboom trifft den Schuheinzelhandel in ohnehin schwierigen Zeiten. Im Vorjahr blieb der Umsatz zwar nahezu stabil, doch musste fast jeder zweite Händler verstärkt zum Rotstift greifen und die Preise stärker senken als Jahr zuvor. „Das ging zulasten der Marge“, sagte Jacobs. Auch im laufenden Jahr rechnet nach einer Branchenumfrage nur jeder fünfte Schuhhändler mit besseren Umsätzen. Mehr als die Hälfte erwartet dagegen ein zum Vorjahr unverändertes Geschäft. Dennoch erhofft sich der Schuhhandel Impulse von der weiter stabilen Konjunktur und dem anhaltend guten Konsumklima.

Von dem harten Wettbewerb dürften erneut die Verbraucher profitieren: Sie können sich weiter auf zumeist stabile Schuhpreise freuen. Für die nächsten Monate sei allenfalls mit „leicht steigenden“ Verkaufspreisen zu rechnen, erklärte der Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie. Auch die Hersteller können wegen des Wettbewerbs steigende Produktionskosten kaum in größerem Stil an den Handel und damit die Kunden durchreichen.

Dabei sei in den vergangenen Jahren ein Trading-up-Prozess zu beobachten, bei dem Premium-Preislagen und die gehobene modische Mitte ausgebaut werden, sagte Jacobs. So sind im vergangenen Jahr die Durchschnittspreislagen im Fachhandel leicht gestiegen. Sie betrugen bei Damenschuhen 62 Euro, bei Herrenschuhen 74 Euro und bei Kinderschuhen 41 Euro.