Italien verkauft weniger Schuhe

vom 01.09.2014

Der starke Euro und die Ukraine-Krise lassen Exporte sinken

Die italienische Schuhindustrie hat im ersten Halbjahr 2014 insgesamt 1,6 Prozent weniger Schuhe verkauft als im gleichen Vorjahreszeitraum. Beim Umsatz konnte ein leichtes Plus von 0,6 Prozent erzielt werden. Dies sagte der Präsident des italienischen Schuhherstellerverbandes Assocalzaturifici, Cleto Sagripanti, anlässlich der Schuhmesse theMicam in Mailand. Vor allem der starke Euro macht den italienischen Schuhexporteuren zu schaffen. „Für eine Branche wie die Schuhindustrie, die 85 Prozent ihrer Produktion exportiert, bedeutet die Erhöhung der Wechselkurse einen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit“, so Sagripanti.

Die Exporte in die EU-Länder blieben mit einem Minus von 0,2 Prozent bei den Paarzahlen und einem Plus von 4,4 Prozent im Wert relativ konstant. Nach Deutschland, dem wichtigsten Markt für italienische Schuhe, wurden 0,3 Prozent mehr Schuhe (Wert: +1,8 Prozent) verkauft. Sieben von zehn italienischen Schuhen, die im Ausland verkauft werden, gehen in die Europäische Union. Deutliche Einbrüche gab es hingegen im Geschäft mit Russland und den ehemaligen GUS-Staaten, wo ein Exportminus von 16,1 Prozent verzeichnet wurde. Gründe sind die Abwertung des Rubels und vor allem die Ukraine-Krise. Positive Zahlen gibt es hingegen aus Fernost zu vermelden. Dorthin stiegen die Exporte wertmäßig um neun Prozent, bei den Paarzahlen war das Wachstum dagegen mit plus 0,7 Prozent eher mäßig.

Keine positiven Signale kommen vom italienischen Binnenmarkt. Nachdem die Schuhumsätze schon im vergangenen deutlich eingebrochen waren, ging es im ersten Halbjahr 2014 ähnlich weiter. In den ersten sechs Monaten wurden 4 Prozent weniger Schuhe verkauft, der Umsatz reduzierte sich sogar um 7,2 Prozent. Die Durchschnittspreise reduzierten sich binnen Jahresfrist um 3,4 Prozent.