Italien: Weniger Schuhe, höherer Wert

vom 05.07.2019

Schrumpfung der Schuhindustrie hält 2018 an

Die Schuhproduktion in Italien ist zurückgegangen, ebenso die Zahl der Unternehmen und Mitarbeiter, während der Wert gestiegen ist. Dies ist die Entwicklung des Schuhgeschäfts im Jahr 2018, die sich auch im ersten Quartal 2019 fortgesetzt hat. Der Herstellerverband Assocalzaturifici, der am 26. Juni in Mailand seine Jahrestagung abhielt, lieferte einige Daten zur wirtschaftlichen Lage der italienischen Schuhindustrie.

Die Produktion in der italienischen Schuhindustrie sank 2018 um 3,3 Prozent und erreichte 184,3 Millionen Paar Schuhe. Das waren mehr als 6,3 Millionen weniger als ein Jahr zuvor. Die Menge der exportierten Schuhe ging um 3,7 Prozent zurück, während die Zahl der in Italien verkauften Schuhe sich um 0,5 Prozent reduzierte. In der direkten Folge ist die Anzahl der Unternehmen zurückgegangen. Zum Stichtag 31. Dezember 2018 waren es 4.505 Firmen und damit 4,3 Prozent weniger als 2017. Auch die Zahl der Mitarbeiter reduzierte sich um 1,2 Prozent auf 75.680. Entgegen dieser Tendenzen ist der Wert der produzierten und exportierten Schuhe gestiegen: Die Produktion stieg um 0,8 Prozent, die Exporte um 4,2 Prozent und erreichten damit einen Rekordwert von 9,6 Milliarden Euro.

Der Negativ-Trend des letzten Jahres hat sich in den ersten Monaten des Jahres 2019 fortgesetzt. Die Unternehmen verzeichneten zum Ende des ersten Quartals 2019 zum wiederholten Mal einen Rückgang bei der Herstellung von Schuhen (-2,6 Prozent) und bei den Exporten (-1,2 Prozent). Der Wert stieg wie schon 2018: die Produktion um 0,3 Prozent, die Exporte um 6,1 Prozent.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2019 wurden 75 Unternehmen geschlossen, 426 Beschäftigte in Industrie und Handwerk verloren ihren Arbeitsplatz. Auch die Hersteller von Komponenten (-41 Unternehmen und -111 Beschäftigte) waren von diesem negativen Trend betroffen.

Während sich die Märkte Frankreich, Schweiz, Großbritannien und Spanien positiv entwickelten, gingen die Ausfuhren nach Deutschland zurück. Regelrecht eingebrochen sind die Schuhausfuhren nach Russland, wohin 21,3 Prozent weniger Schuhe verkauft wurden.