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Italiens Schuhindustrie in der Krise

vom 10.06.2013

Vor allem die sinkende Inlandsnachfrage und die reduzierten Exporte in EU-Länder machen der italienischen Schuhindustrie zu schaffen.

Die italienische Schuhindustrie hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Nur die Exporte in Nicht-EU-Länder mit einem Plus von 12,9 Prozent haben ein schlimmeres Ergebnis im Jahr 2012 verhindert. Unterm Strich stiegen die Exporte um 2,5 Prozent. Allerdings konnten die positiven Ausfuhrzahlen nicht verhindern, dass der Umsatz der italienischen Schuhindustrie im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent zurückging. Diese Zahlen nannte der Vorsitzende Cleto Sagripanti anlässlich der Generalversammlung des italienischen Schuhherstellerverbandes Assocalzaturifici am 4. Juni in Mailand. Vor allem der Schuhverbrauch in Italien reduzierte sich drastisch. So gingen auch die Importe um 5,8 Prozent zurück. Die ersten Monate dieses Jahres bestätigten diese Entwicklung eines sinkenden Inlandsverbrauchs und erhöhter Exporte in Nicht-EU-Länder. „Hier gilt die Regel, je weiter man sich von Italien und Europa entfernt, desto positiver sind die Verkäufe“, so Sagripanti.

Die gesunkenen Umsätze wirkten sich auch auf die Unternehmen aus. So mussten 2012 insgesamt 250 Schuhunternehmen schließen, fast 1700 Arbeitnehmer verloren ihren Arbeitsplatz. Und in den ersten drei Monaten dieses Jahres machten weitere 83 Schuhhersteller zu, fast einer pro Tag. Dies führte zum Verlust von weiteren 1000 Arbeitsplätzen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, sprach sich Sagripanti für Investitionen in die Produktion aus.

Frankreich blieb in den ersten zwei Monaten dieses Jahres wichtigsten Exportland mit einem Plus von 7,7 Prozent auf 249,53 Millionen Euro. Die Ausfuhren nach Deutschland, dem zweitwichtigsten Ausfuhrland, gingen hingegen um 2,7 Prozent auf 191,29 Millionen Euro zurück. Vor allem Russland (+27,0 Prozent), China (+42,6 Prozent) und die Vereinigten Arabischen Emirate (+18,5 Prozent) legten zu. Dagegen brachen die Exporte nach Spanien um 21,2 Prozent und nach Österreich um 10,3 Prozent ein. Aus Deutschland wurden in den beiden ersten Monaten des Jahres Schuhe im Wert 19,82 Millionen Euro eingeführt und damit 55,2 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.