Karstadt: Erster Jahresüberschuss seit 12 Jahren

vom 23.03.2018

Konzern plant Neuereröffnungen und 10 Prozent Online-Umsatz

Karstadt hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 erstmals seit zwölf Jahren einen Jahresüberschuss erzielt. „Wir haben damit im dritten Jahr in Folge unser Versprechen erfüllt“, erklärte Karstadt-CEO Dr. Stephan Fanderl. „Im ersten Sanierungsjahr hatten wir ein Plus in der Ladenkasse, im zweiten ein Plus beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit und im abgelaufenen Geschäftsjahr einen positiven Jahresüberschuss.“

Das flächenbereinigte Filialportfolio verzeichnete im Geschäftsjahr ein leichtes Umsatzplus. Positiv auf die Flächenleistungen habe sich zudem die Vermietung an Partner wie dm, Aldi, Edeka oder Apollo Optik ausgewirkt.

Partnerschaften seien auch deshalb wichtig, um Karstadts Weg in Richtung eines vernetzten Marktplatzes schnell und konsequent weiterzugehen. „Im Moment sieht man im deutschen Einzelhandel einen Digitalisierungs-Wettlauf“, so Fanderl. „Dieses Rennen werden Unternehmen nicht überleben, die zu langsam und inkonsequent handeln. Wir sind hingegen entschlossen, Karstadt zu einem der stärksten, über alle Vertriebskanäle vernetzten Händler in Deutschland zu entwickeln. Wir werden bis 2019/20 den Anteil unseres Online-Umsatzes auf rund zehn Prozent steigern.“

Die Wettbewerbssituation für die innerstädtischen Warenhäuser bleibe extrem anspruchsvoll. „Wir sehen bei allen Maßnahmen darauf, in welcher Geschwindigkeit sie sich bezahlt machen und ausrollbar sind.“ so Fanderl. „So haben wir beispielsweise gegenwärtig schon 30 Filialen, aus denen wir Ware versenden. Bis Jahresende werden es alle heute 79 Filialen sein. Das bedeutet, dass wir anders als andere Händler aus allen unseren Karstadt-Häusern versenden können und nicht nur aus einem Zentrallager heraus. Das macht uns sehr viel schneller. Und: Wir sind mitten in der Innenstadt.“

„Das alles zeigt: Wir haben Wachstumspotenzial online und vor allem Cross-Channel mit unseren Filialen“, erklärte Fanderl. „Es wird stationär nicht bei einer Neueröffnung bleiben. Wir haben ein Portfolio von interessanten Standorten und es ist nicht die Frage ob, sondern wann und an welchem davon ein neues Warenhaus entstehen wird.“