Leiser erneut unter dem Schutzschirm

vom 24.03.2017

Augsburger Schuhhandels-Gruppe mit 80 Filialen will sich in Eigenverwaltung sanieren

Die Leiser-Gruppe will alle Gesellschaften der Gruppe im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens sanieren. Den dementsprechenden Anträgen der Geschäftsführung hat das Amtsgericht Augsburg am 24. März stattgegeben. Die Sanierung verläuft in Eigenverwaltung, als Sachwalter wurden auf Antrag der Geschäftsführung Arndt Geiwitz, Patrick Wahren und Christian Plail von der Sozietät Schneider Geiwitz bestellt. Alle Verfahrensvoraussetzungen, beginnend bei der testierten Zahlungsfähigkeit aller Gesellschaften, seien durch diese vollumfänglich erfüllt, teilte das Unternehmen mit.

Alle Leiser-Gruppengesellschaften hätten in den letzten beiden Geschäftsjahren 2015 und 2016 „in einem sehr herausfordernden Marktumfeld positive Bilanzergebnisse erzielt und weisen Gewinne nach Steuern aus“, so Leiser. „Die Geschäftsführung sieht das Risiko, bei sich erwartet weiterhin verschärfenden Marktbedingungen – insbesondere in den relevanten Steuerungskosten der Flächenproduktivität – die Fähigkeit zu verlieren, die notwendige Wettbewerbsfähigkeit aufrechtzuerhalten“, heißt es. Im Sanierungs- und Restrukturierungsprozess will die Gruppe „die Grundlage für eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit legen, insbesondere in Hinblick auf die Herausforderungen der Digitalisierung und Flächenoptimierung“.

Ziemlich genau vor fünf Jahren, am 23. März 2012, hatte Leiser zum ersten Mal ein Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Auch damals war Arndt Geiwitz, der unter anderem Insolvenzverwalter bei Schlecker war, Sachwalter des Verfahrens. 34 unprofitable Geschäfte waren seinerzeit geschlossen worden. Die Josef Seibel Holding hatte mit Wirkung zum 1. Juli 2015 alle Anteile an der Leiser-Gruppe an Geschäftsführer Steffen Liebich veräußert. Die beiden Ketten Leiser und Schuhhof betreiben derzeit jeweils rund 40 Filialen.