Mücke soll bei ANWR bleiben

vom 03.06.2016

Trotz gescheitertem Beteiligungsmodell soll Schuhhändler nicht veräußert werden

Die Mücke-Gruppe soll trotz des gescheiterten Beteiligungsmodells vollständig in der ANWR Group bleiben. Dies werden Vorstand und Aufsichtsrat den Mitgliedern der Schuh-Genossenschaft auf der Generalsammlung am 20. Juni in Rotterdam empfehlen.

Die ANWR Group hatte im April die Mitglieder nach ihrer Bereitschaft gefragt, sich an der bayrischen Schuhhandelsgruppe Schuh und Sport Mücke durch den Erwerb von Aktien zu beteiligen. Die dafür notwendige Zielquote in Höhe von 74,9 Prozent wurde – so das Ergebnis der Befragung – nicht erreicht: Die Mitglieder haben sich nicht im notwendigen Umfang für eine eigene direkte Beteiligung entschieden. Damit wird die Mücke-Gruppe nicht in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

Ein vom Vorstand und Aufsichtsrat ausgearbeiteter Entwicklungsrahmen begrenzt die Flächenvergrößerung und stellt die Produktivität der Mücke-Gruppe in den Mittelpunkt. Durch die Eckpunkte soll der Wert der Unternehmensgruppe erhalten und die Wirtschaftlichkeit gesichert bleiben. Mücke soll als Basis für die Entwicklung von Dienstleistungen dienen, die von den ANWR-Mitgliedern in Anspruch genommen werden können. Die Mitglieder soll dabei unter anderem durch die Umsetzung des Projektes RetailLogistics profitieren. Daneben sollen zusätzliche Dienstleistungen aufgebaut werden, deren Entwicklung ohne die Mücke-Gruppe nicht realisierbar wären.

„Der Schuhfachhandel steht gerade vor dem Hintergrund sich rasant verändernder Geschäftsprozesse vor riesigen Herausforderungen. Diese liegen vor allem in den Bereichen Warenlogistik, Datenmanagement und digitale Transformation“, begründet ANWR-Vorstandsvorsitzender Günter Althaus die Empfehlung, die Mücke-Gruppe im Konzern zu halten. „Als Handelskooperation können wir diese Themen nur vehement und nachhaltig im Interesse unserer Mitglieder vorantreiben, wenn wir sie aktiv selber gestalten. Dies können wir mit der Mücke-Gruppe im ANWR-Konzern.“ Am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens haben die Mitglieder indirekt über ihre Beteiligung an der ANWR Group teil. „Außerdem profitieren sie von den Ergebnisbeiträgen der Mücke-Gruppe, die wir in wichtige Zukunftsthemen investieren.“

Die ANWR Group hatte das bayrische Schuhhandelsunternehmen Mücke im Mai 2014 übernommen und auf Wunsch der Mitglieder ein Konzept für ein Beteiligungsmodell erarbeitet, dem diese im vergangenen Jahr zustimmten. Demnach sollten die Mitglieder 74,9 Prozent, die ANWR Group 25,1 Prozent der Aktien an der zu bildenden Mücke-Aktiengesellschaft zeichnen. Erst wenn sich eine ausreichend hohe Beteiligung abgezeichnet hätte, hätte die ANWR Group die weiteren Schritte zur Umwandlung der Mücke-Gruppe in eine Aktiengesellschaft und die Emission der Aktien vorbereitet.