Öko-Test findet Giftstoffe in Kindersandalen

vom 06.06.2013

14 mal ungenügend, einmal mangelhaft - so lautet das Ergebnis der Kinderschuhtests der Zeitschrift "Öko-Test". Der HDS/L kann diese Urteile nicht nachvollziehen.

Laut einer Untersuchung der Zeitschrift „Öko-Test“ sind Kindersandalen häufig voller Schadstoffe. Wie das Verbrauchermagazin in seiner Juni-Ausgabe schreibt, waren alle 15 getesteten Schuhe „erheblich belastet“. 14 von ihnen wurden mit „ungenügend“ bewertet. Nur die Sandalen der Firma Ecco erhielten die Note „mangelhaft“.

Öko-Test kritisiert insbesondere die zur Verarbeitung eingesetzten Chemikalien. In nahezu allen Lederschuhen hat das Magazin nach eigenen Angaben hohe Mengen an Chrom, in zwei Fällen sogar krebserregendes Chromat entdeckt haben. Weitere Lederschuhe seien mit anderen Schadstoffen belastet. Schuhe aus Synthetik sind laut Öko-Test zwar eine bessere, aber keine gute Alternative. Hier seien ebenfalls bedenkliche Stoffe gefunden worden. Auch im Belastungstest schnitten die Sandalen nicht gut ab. So färbte die Hälfte der Schuhe teils stark ab. Einzelne Modelle wiesen zudem schnell Schäden, wie abgerissene Schnallen oder Löcher in den Sohlen, auf.

Manfred Junkert, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L), äußerte sich erstaunt, „dass alle Sandalen im roten Bereich landeten“. Zwar gibt das Magazin zu, dass sich die Ergebnisse im Vergleich zur letzten Prüfaktion leicht verbessert hätten, das heißt „die Schadstoffbelastung zumindest ein Stück abgenommen“ habe. Doch trotz dieses Eingeständnisses erzielen alle Modelle nach wie vor schlechte Ergebnisse.

„Wir können das schlechte Abschneiden nicht nachvollziehen“, so Junkert. Die sehr namhaften, renommierten Hersteller von Kinderschuhen hielten nicht nur die gesetzlichen Werte ein. Teilweise unterschritten die Unternehmen sogar die gesetzlichen Anforderungen. Dennoch hätten „diese Hersteller, die nach strengsten Richtlinien und konsequent an einer Verbesserung der Herstellungsmethoden arbeiten, bei Öko-Test negativ“ abgeschnitten. „Das ist aus unserer Sicht nicht verständlich.“

„Wir stellen mit Bedauern fest, dass sich die Grundlagen der Prüfungsmethoden von Öko-Test nicht nachvollziehen lassen“, so Junkert weiter. „Wir vermissen hier jegliche Transparenz.“ Die Kriterien, nach denen geprüft würde, seien nicht klar erkennbar. „Es ist für uns daher sehr schwierig, mit diesen Ergebnissen umzugehen.“ Das gelte nicht zuletzt für die Verbraucher, in diesem Fall besorgte Eltern, die durch derartige Berichte verunsichert würden.

KASTEN

Folgende Marken wurden getestet:

Bama

Capt’n Sharky (Pölking)

Ecco

Elefanten

Geox

Jack Wolfskin

Kavat

Keen

Naturino

Noel

Primigi

Ricosta

Stups

Superfit

Timberland