Outdoor-Marken untersagen Verkauf übers Internet

vom 09.07.2013

Nach Adidas verbieten auch Deuter, Lowa und Mammut den Verkauf bei Amazon & Co.

Nach dem Sportartikelhersteller Adidas haben auch Outdoor-Marken wie Deuter, Lowa und Mammut Händlern den Verkauf ihrer Produkte über Amazon und andere Internetversandhändler verboten. „Wir wollen sicherstellen, dass die Endverbraucher mit unseren Produkten zufrieden sind. Dazu ist eine Beratung unerlässlich“, sagte Deuter-Verkaufsleiter Andreas Herrlinger. Auch Lowa will seine Schuhe nicht mehr über Internetversandhändler verkaufen. Neben der fehlenden Beratung war Lowa die Präsentation der Produkte ein Dorn im Auge.

Erst im Juni hatte Adidas seinen Händlern den Verkauf über Online-Plattformen wie Amazon oder eBay untersagt. „Wir wollen sicherstellen, dass unsere Produkte über die Webseiten unserer Handelspartner oder unsere eigene Webseite verkauft werden“, begründete eine Sprecherin den Schritt. Die Vorgaben sind Teil einer neuen Richtlinie, die europaweit spätestens ab 2013 gilt. Demnach dürfen Adidas-Produkte künftig nicht mehr über Online-Plattformen verkauft werden, die auch gebrauchte Waren des Herstellers anbieten, die über keine separaten Shops für die jeweiligen Adidas-Marken verfügen oder auf denen verschiedene Geschäfte dieselben Produkte verkaufen.

Der Sportartikelhersteller ist damit ins Visier des deutschen Bundeskartellamtes geraten. Die Behörde prüft, ob die Vertriebsbestimmungen des Konzerns den Online-Handel beschränken. „Die Marktermittlungen dauern an“, sagte ein Sprecher. Die Wettbewerbshüter hatten zuletzt eine Befragung von rund 3000 Einzelhändlern gestartet, die Adidas-Produkte in ihren Läden und im Internet anbieten. Die Untersuchung könnte Signalcharakter für andere Hersteller haben, die ähnliche Praktiken verfolgen.