Pohland meldet Insolvenz in Eigenverwaltung an

vom 18.05.2016

Teure Expansion wird Herrenausstatter nach Clinton-Ausstieg zum Verhängnis

Die Pohland Herrenkleidung GmbH & Co KG hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet, nachdem sich mit der Clinton-Gruppe aus Hoppegarten der maßgeblich beteiligte strategische Investor zurückgezogen hat. Da damit die Durchfinanzierung nicht mehr gegeben gewesen sei, habe sich der langjährige Geschäftsführer Bruno Uphues unter Übernahme der Beteiligung des Investors nun entschlossen, Insolvenz anzumelden, teilte Insolvenzberaterin Dr. Bettina E. Breitenbücher mit. Im Zuge des Verfahrens soll das Unternehmen restrukturiert und wieder rentabel gemacht werden.

„Nicht alle der zwölf Filialen arbeiten kostendeckend“, erklärte Breitenbücher. „Nun muss für jede einzelne Filiale eine betriebswirtschaftliche Analyse durchgeführt werden. Im Rahmen eines Insolvenzplans soll das Unternehmen dann grundlegend saniert werden, damit es nachhaltig am Markt operieren kann.“

Vor allem die schon lange bestehenden Niederlassungen würden erfolgreich arbeiten. Der Grund dafür liege nahe: Während im Bereich Damenbekleidung Filialhäuser in guter Lage auch von ihrer Laufkundschaft leben könnten, seien Herrenbekleidungshäuser maßgeblich auf Stammkundschaft angewiesen, die langfristig aufgebaut und an den jeweiligen Standort gebunden werden müssten. Jede Filialeröffnung sei verbunden mit ausgesprochen hohen Investitionen für Maklerprovisionen, Mietbürgschaften, den Ausbau der Flächen und die Grundbestückung mit Waren. Gleichzeitig benötige ein neuer Standort bis zu zwei Jahre ehe er rentabel arbeitet. Die Löhne der ca. 230 Mitarbeiter sind für die nächsten Monate durch Insolvenzgeld gesichert. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Dr. Dirk Wegener bestellt.

Über Pohland

Die Pohland Herrenkleidung GmbH & Co. KG ist ein seit 1958 auf Männermode spezialisiertes Geschäft. Nachdem das Unternehmen im Jahr 2009 in Folge des kurzfristigen Ausstiegs des Finanzinvestors Aurelius Insolvenz anmelden musste, wurde es mit sechs Filialen fortgeführt. Durch weitreichende strukturelle Veränderungen im Bereich Markenportfolio, Marketingstrategie und Darstellung wurde das Kerngeschäft sukzessiv weiterentwickelt. Im Jahr 2013 trat die Clinton-Gruppe als Mehrheitsgesellschafter in das Unternehmen ein. Mit ihrer Kapitalkraft wurden im Rahmen einer Expansionsstrategie in den folgenden drei Jahren weitere neue Filialen mit Flächengrößen zwischen 1.500 und 2.300 Quadratmeter eröffnet.